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«Aus einer News-Geschichte eine Hollywood-Story gemacht»

Vergangene Nacht wurde der erste Teil von Lance Armstrongs Dopinggeständnis ausgestrahlt. Verschiedene Medien analysierten seinen Aufritt.

«Wie man einen Beichter spielt, ohne zu beichten»: So titelte die britsche Zeitung «The Guardian».
«Wie man einen Beichter spielt, ohne zu beichten»: So titelte die britsche Zeitung «The Guardian».
Screenshot: Tagesanzeiger.ch
«Nichts Neues», findet die britische BBC.
«Nichts Neues», findet die britische BBC.
Screenshot: Tagesanzeiger.ch
Der Bericht in der amerikanischen «Time».
Der Bericht in der amerikanischen «Time».
Screenshot: Tagesanzeiger.ch
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Dass Ex-Radfahrer Lance Armstrong in Oprah Winfreys Show ein Dopinggeständnis ablegen würde, war bereits vor der Ausstrahlung der Sendung vergangene Nacht durchgesickert. Es blieb allerdings die Frage, wie und in welcher Verfassung er dies tun würde.

Verschiedene Medien analysieren nun Armstrongs Auftritt. Die «New York Times» etwa titelt: «Eine Beichte ohne Erklärungen». Er habe nervös gewirkt und einige Male leer geschluckt, als er beichtete, dass er während des grössten Teils seiner Karriere Testosteron, Kortison, Wachstumshormone und EPO zu sich genommen habe. Doch, so die amerikanische Zeitung, habe sich Armstrong einmal mehr nicht zurückhalten können, sich zu verteidigen. Er sagte, er sei bezüglich des Dopings nicht der grösste Brocken innerhalb seines Teams gewesen, wie dies die amerikanische Anti-Doping-Behörde dargestellt habe. Er habe im gleichen Umfang wie seine Teamkollegen gedopt.

«Wie man etwas tut, enthüllt oft, was man tut»

Die «Los Angeles Times» fragt in ihrer Analyse, ob es denn niemanden gebe, der Armstrong sagt, dass eine Beichte bei Oprah der falsche Weg sei. «Wie man etwas tut, enthüllt oft, was man tut», meint die Zeitung dazu. Er habe aus einer News-Geschichte eine Hollywood-Story gemacht. «Erwartet er, dass dadurch alle Verfehlungen einfach in Vergessenheit geraten?» Ein Teil der Masse werde zwar den Köder schlucken, doch der Rest werde den Auftritt durchschauen.

Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch der britische «Guardian»: «Das amerikanische Ritual der Stargeständnisse und Wiedergutmachung ist ein Beispiel dafür, wie man seine Suppe auslöffelt.» Man gestehe ein Delikt, das üblicherweise das Karriereende bedeute, ohne die Karriere wirklich zu beenden. Ein anderer Autor schreibt in seiner Analyse, dass seine Beichte den Eindruck hinterlässt, die Dopingeinnahme hätte er nicht selbst kontrollieren können.

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