Zwei junge Berner trumpfen auf

An der Tour de Romandie waren sie die «Kleinen», aber am Samstag an der Berner Rundfahrt in Lyss gehörten die Profis des Teams Roth zu den prominentesten Startern.

Knappe Entscheidung: Marc Hirschi (rechts) siegt vor Gino Mäder.

Knappe Entscheidung: Marc Hirschi (rechts) siegt vor Gino Mäder.

(Bild: Max Füri)

Die Berner Rundfahrt war für das Solothurner Radteam Roth eine wichtige Standortbestimmung. Im Heimrennen strebte man nach dem Auftritt an der Tour de Romandie einen Erfolg an. Die auf eine Sprintentscheidung ausgerichtete Taktik sollte dies ermöglichen. Es kam zwar zu einem Sprint, aber Martin Kohler (7.) war nicht ganz vorne dabei. Die Mannschaft hat eine ungewöhnliche Geschichte hinter sich. Aus dem Amateurteam «Maca Loca» wurde innert zweier Jahre das Team Roth, das nun dank dem Rückzug einer andern Sportgruppe in die zweithöchste Kategorie aufsteigen konnte.

Das Radsportunternehmen ist mittlerweile stark angewachsen und umfasst neben den 23 Elitefahrern aus acht Nationen und acht Nachwuchsfahrern einen Staff von 26 Personen. Nach dem Aufstieg des Genfer Rennstalls IAM in die höchste Klasse füllt das Team Roth die entstandene Lücke des Ausbildungsteams. Roberto Marchetti, der Initiant dieser Mannschaft, hat die Leitung im Winter abgegeben. Die Akti­vitäten werden nun von Stefan Blaser sowie Assistent Christoph Springer und dem Sportlichen Direktor Uwe Peschel bestimmt.

Dass das Heimrennen doch noch zu einem Erfolg wurde, war zwei jungen Bernern zu verdanken, einem Duo, das in den letzten zwei Jahren bei den Junioren Erfolge gesammelt hatte. Damit die Berner Rundfahrt ihrer Tradition folgend allen Kategorien eine Startgelegenheit bieten konnte, wurden die Junioren mit den Amateuren auf die 34 Kilometer lange Strecke über den Frienisberg geschickt. Gino Mäder liess nichts anbrennen und fuhr kurz nach dem Start auf und davon. Niemand schien diesen frühen Angriff ernst zu nehmen.

Der 19-jährige Wiedlisbacher Amateur fuhr quasi ein 100 Kilometer langes Einzelzeitfahren – oder fast. Im letzten Aufstieg zum Bergpreis erhielt er Gesellschaft von Marc Hirschi. Der Junior aus Ittigen bezwang ihn im Spurt knapp, obwohl dieser als Junior reglements­gemäss nur eine kleinere Übersetzung montieren darf: «Das war ­jedoch kein Nachteil, denn Gino hatte schliesslich 80 Kilometer allein im Gegenwind zurückgelegt. Wir sind im Sprint ebenbürtig, diesmal hat es mir gereicht», sagte Hirschi.

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