«Natürlich bin ich enttäuscht»

Thomas Lamparter (39) aus Aarwangen ist Chef Leistungssport für die Sparten Bob, Rodeln und Skeleton. Er berichtet aus Südkorea.

Natürlich bin ich enttäuscht. Natürlich habe ich mir mehr erhofft. Für Martina Kocher lag im Rodeln schon nach der missglückten ersten Fahrt nicht mehr ­allzu viel drin. Im Zweierbob büsste Rico Peter am Start viel Zeit ein, Clemens Bracher kam nicht an seine Leistungen aus dem Weltcup heran.

Nach dem Rennen waren die Piloten bedrückt, sie richteten den Fokus aber rasch auf die Viererkonkurrenz am Wochenende. Das Ziel bleibt ein Medaillengewinn, was aber extrem schwierig zu erreichen sein wird.

Wir sind weiter weg von der Spitze als in den letzten ­Jahren, und die Dichte ganz vorne ist grösser geworden. Unsere Ergebnisse werden Konsequenzen haben: Swiss Olympic wird die Sportarten in neue Leistungsstufen einteilen. Es gilt: Je besser die Resultate, desto höher die finanzielle Unterstützung.

Als Leistungssportchef von Swiss Sliding bin ich Delegationsleiter für die Sportarten Bob, Rodeln und Skeleton. Während der Trainingsläufe und Rennen stehe ich an der Bahn; ich filme und gebe den Athleten am Start technische Tipps. Zudem bin ich für organisatorische Dinge zuständig.

«Beschwert sich einer, weil der Kollege schnarcht, suche ich ihm einen anderen Zimmerpartner.»

Verliert jemand Schal oder Mütze, kümmere ich mich um Ersatz. Beschwert sich einer, weil der Kollege schnarcht, ­suche ich ihm einen anderen Zimmerpartner. Und wenn die Sportler abreisen wollen, koordiniere ich mit den Verantwortlichen von Swiss Olympic Bustransfer und Flug.

Wegen des Gewinns der Bronzemedaille 2006 als Anschieber im Viererbob in Turin wird Olympia immer einen besonderen Stellenwert in meinem Leben haben. 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi lief es leider weniger gut – nach den Spielen vor vier Jahren beendete ich meine Karriere.

Stehe ich nun an der Bahn, juckt es mich nicht mehr. Ich könnte zwar runterfahren, wäre aber nicht mehr konkurrenzfähig. Wobei: In Pyeongchang nehmen einige Anschieber teil, die sogar deutlich älter sind als ich.

Berner Zeitung

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