«Ich brachte es einfach nicht auf die Reihe»

Chancenlos im Kampf um Gold. Silber für die Mixed-Curler Martin Rios und Jenny Perret. Rios nimmt die ganze Schuld auf sich.

Ein kapitaler Stein entscheidet den Final. (13. Februar 2018) Video: Tamedia/SRF

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Die Kanadier waren zu stark, die Schweizer zu fehlerhaft. Während Jenny Perret zwar durchwegs solid agierte, erwischte Martin Rios nicht seinen besten Tag. Und fand danach auch klare Worte: «Es war drei gegen Jenny. Sie war gut wie immer, aber von meiner Leistung bin ich schon sehr enttäuscht. Es war heute schwer mit mir, ich brachte es einfach nicht auf die Reihe. Im Halbfinal hat es gepasst, im Final nicht mehr, schade!» Perret war ihrem Partner nicht böse: «Es gibt solche Spiele. Im ersten Spiel gegen Kanada ging bei mir nichts zusammen.»

Das Genick brach den Schweizern das dritte End, als die Kanadier ein Viererhaus schrieben. Als sie sich dann im sechsten End auch noch zwei Steine stehlen liessen, gaben Rios und Perret das hoffnungslose Unterfangen beim Stand von 3:10 auf. «Wir konnten das Momentum nie auf unsere Seite ziehen», so Rios.

«Nun müssen wir akzeptieren, dass es Silber ist»

Mit John Morris und Kaitlyn Lawes haben die richtigen zwei Gold geholt. Sie verloren einzig ihr allererstes Spiel in der Round Robin und reihten danach acht – teilweise hochklassig herausgespielte – Siege aneinander. «Sie hatten eine tolle Woche, waren besser und haben es verdient. Unser Ziel war von Anfang an Gold, nun müssen wir akzeptieren, dass es Silber ist», erklärte Rios.

Im Vordergrund steht für den Glarner mit spanischen Wurzeln nun jedoch ohnehin nicht die Medaille, sondern das gesamte dreijährige Olympia-Projekt mit Perret: «Was wir in dieser Zeit erlebt haben, ist mehr wert als eine Goldmedaille. Es war nicht immer einfach, es gab Ups und Downs. Doch dieses Erlebnis, es hierhin geschafft zu haben, das Leben im Olympischen Dorf mit den ‹Hockeyhühnern›, wie ich den Eishockeyanerinnen jeweils sage, Eisschnellläufer Livio Wenger und dem ganzen Staff, das war einmalig.»

Wird das Kapitel Rios/Perret geschlossen?

Es ist gut möglich, dass das Kapitel Rios/Perret in Südkorea nun zu Ende geht. Beide wollen zuerst etwas Abstand gewinnen, sich ihre Gedanken machen und dann entscheiden. Rios liess aber schon mal durchblicken: «Wir sind Weltmeister, haben nun Olympia-Silber und somit fast alles erreicht. Es gilt abzuwägen, ob es sich lohnt, all diesen Aufwand und die vielen Verzichte nochmals auf sich zu nehmen. Sollte es aber weitergehen, dann nur mit einem Ziel: Olympia-Gold 2022.»

Irgendwie wäre es ja schade, wenn es das schon war. Denn Martin Rios und Jenny Perret waren zwei sehr erfrischende Erscheinungen im Schweizer Olympia-Team. Und vorläufig sind sie auch die einzigen Schweizer Medaillengewinner von Pyeongchang.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.02.2018, 17:43 Uhr

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