«Ich fahre noch nicht nach Hause»

Marcel Hirscher gewinnt erstmals Olympia-Gold. Das Schweizer-Quartett geht in der Kombination leer aus.

Premiere: Der Österreicher steht erstmals bei einem Olympia-Rennen ganz zu oberst auf dem Podest.
Video: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist der Tag der Vollendung für Marcel Hirscher. Endlich hat er sie: die Goldmedaille. Nun kann er behaupten, alles gewonnen zu haben, was man in den technischen Disziplinen gewinnen kann. Hirscher ist Gesamtweltcupsieger. Weltmeister. Und nun eben Olympiasieger. Er gewann die Kombination letztlich mit 23 Hundertsteln Vorsprung auf den Franzosen Alexis Pinturault.

Es war kein einfaches Rennen. Weder für Hirscher noch die restlichen Starter. Immer wieder fegten Böen über die Piste, die so manchen Athleten aus dem Konzept brachten. Viele, aber ihn nicht: Marcel Hirscher. Nach dem Rennen sagte er im SRF: «Als ich meinen Slalomlauf startete, sah ich die Linie nicht. Ich dachte mir: Das darf nicht wahr sein. Ich wusste deshalb nicht, wie gut ich unterwegs war. Umso mehr war ich froh, dass es am Ende gepasst hat.»

Aerni verliert im Slalom viel Zeit

Mit einem breiten Lächeln fügte er an, dass der Medaillengewinn unfassbar sei. «Die eigentliche Sensation ist mein Abfahrtsrennen», so der Österreicher. Ihm gelang ein ansprechender erster Lauf – er wurde Siebter und legte da den Grundstein für seinen späteren Erfolg.

Nun, da Hirscher endlich Olympiasieger ist, kann er auch befreit in die nächsten Rennen gehen. «Keine Sorge, ich fahre noch nicht nach Hause. Aber eigentlich könnte ich das», sagte der 28-Jährige mit einem Grinsen. Weniger zum Lachen zumute ist es den Schweizern. Weder Kombi-Weltmeister Luca Aerni (11.) noch Mauro Caviezel (12.) gelang ein Exploit. Carlo Janka wurde 15., Justin Murisier schied aus.

Aerni verlor allein im Slalom 2,22 Sekunden auf Hirscher. Warum er so viel Zeit verloren habe, wisse er nicht, sagte der 24-Jährige nach dem Rennen in die Fernsehkameras. «Ich spürte, dass es nicht ein super Lauf war, aber ich dachte nicht, dass der Rückstand so gross sein würde.» Er habe den Rhythmus nicht gefunden, sei in den Kurven immer wieder weggerutscht.

Neues Rennen, neues Glück

«Der Hang ist schwierig, man muss von oben bis unten viel riskieren, das war eine Challenge für mich», sagte derweil Mauro Caviezel. Schon am Morgen bei der Abfahrt sei sein Plan nicht ganz aufgegangen. Die Abfahrt wurde verkürzt, wodurch die Slalomfahrer auch weniger Zeit auf die Speedspezialisten einbüssten. «Ich habe mir schon mehr erhofft», gab der 29-Jährige zu. Er hoffe nun, dass es in den kommenden Tagen windstill werde. «Neues Rennen, neue Chance.»

Das Rennen ebenfalls möglichst schnell abhaken muss auch Carlo Janka. Ihm gelang nach seinem Kreuzbandriss zwar ein ansprechendes Rennen, aber zufrieden war er am Ende gleichwohl nicht. Dementsprechend antwortete er auf die Frage, was er denn von der Kombination mitnehmen könne: «Nichts, es geht ja nur um Medaillen.» Er sei heute schlicht zu weit weg von den Topathleten gewesen. (cst)

Erstellt: 13.02.2018, 03:20 Uhr

Artikel zum Thema

Die Highlights der vierten Olympia-Nacht

VIDEO Marcel Hirscher trotzt dem Wind und wird Olympiasieger in der Kombination, beim Curling kommt es zu einem Sturz und eine 17-Jährige brilliert in der Halfpipe. Mehr...

Hirscher gewinnt auch in Garmisch

Marcel Hirscher gewinnt den Riesenslalom von Garmisch-Partenkirchen und überholt Hermann Maier in der Weltcup-Siegeswertung. Bester Schweizer ist Loic Meillard. Mehr...

Artikel zum Thema

So wird das Olympia-Wetter

VIDEO Starke Winde zerzausen das Olympiaprogramm. Wie entwickelt sich das Wetter in Pyeongchang weiter? Wir haben nachgefragt. Mehr...

«Es ist fünf Minuten ruhig – dann kommen plötzlich starke Böen»

VIDEO Der Wind sorgt an Olympia für Chaos. FIS-Renndirektor Markus Waldner spricht über mögliche weitere Absagen – und ob das IOK Druck ausübt. Mehr...

Das Volk hat keine Lust auf Olympia in der Schweiz

SonntagsZeitung Eine neue Umfrage zeigt eine Ablehnung von Sion 2026 und der Olympiamilliarde. Mehr...

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Abo.

Die BZ Berner Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 29.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Die Welt in Bildern

Reif für die Insel: Die philippinische Insel Boracay ist wieder für Touristen geöffnet. Sie war wegen Umweltprobleme geschlossen worden. Viele Hotels und Geschäfte sollen ihr Abwasser samt Fäkalien jahrelang ins Meer geleitet haben. Hier ist die vulkanische Formation Williy's Rock auf der Insel zu sehen. (16. Oktober 2018)
(Bild: EPA/Mark R. Cristino) Mehr...