«Der selbst auferlegte Druck ist weg»

Nathalie von ­Siebenthal hat im von der Schwedin Charlotte Kalla ­gewonnenen Skiathlon Platz 6 belegt. Die Berner Oberländerin glaubt, näher an einer Medaille gewesen zu sein als 2017 beim 4. Rang an der WM.

Starkes Olympiadebüt: Nathalie von Siebenthal (links) führte das Feld im Skiathlon vorübergehend sogar an.

Starkes Olympiadebüt: Nathalie von Siebenthal (links) führte das Feld im Skiathlon vorübergehend sogar an. Bild: Gian Ehrenzeller (Keystone)

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Das Ziel, mit ein Diplom zu gewinnen, haben Sie schon im ersten Rennen erreicht. Sind Sie glücklich?
Nathalie von Siebenthal: Ja, es ist cool, wenn der Plan schon am ersten Tag aufgeht. Nun ist der selbst auferlegte Druck schon mal weg. Ich kann im 10-Kilometer-Rennen Vollgas geben und alles riskieren – ich habe mein Diplom ja schon im Sack.

Setzten Sie taktisch um, was Sie sich vorgenommen hatten?
Lange schon, wobei ich nicht erwartet hatte, so viel an der Spitze laufen zu können. Ich hatte gedacht, vorne würde mehr passieren. Ich hielt die Taktik ein, bis Charlotte (Kalla, die Siegerin/die Redaktion) angriff. Dann versuchte ich, mit ihr mitzugehen. Das hätte ich nicht tun sollen, denn ich verbrauchte so die Kraft, die mir am Ende gegenüber Margrit Björgen und Krista Parmakovski fehlte.

Hätten Sie ohne diesen kleinen Fehler eine Medaille gewonnen?
Das ist schwierig zu sagen. Vielleicht, aber sicher ist es nicht. Ich wäre zeitlich näher am Podest gewesen, als ich es jetzt bin, aber unter Umständen immer noch eine Sekunde zu langsam. Keine Ahnung!

Zeitweise führten Sie das Feld sogar an. War Ihnen das Tempo zu langsam?
Ich wollte meinen Rhythmus beibehalten; ich lief nicht am Limit.

Wie erlebten Sie Ihr erstes Olympiarennen?
Es war cool. Vor dem Wettkampf war ich schon etwas nervöser als sonst. Doch nach dem Startschuss war alles wie im Weltcup.

An der WM in Lahti haben Sie den 4. Rang belegt. Können Sie die beiden Rennen vergleichen?
An der WM waren die ersten drei davongezogen, und die Vierte, Fünfte und Sechste liefen zusammen. Hier waren in der Endphase die Läuferinnen auf den Plätzen 2 bis 6 zusammen. Insofern wäre es hier etwas einfacher gewesen, eine Medaille zu gewinnen.

Dann waren Sie diesmal näher an einer Medaille?
Ja.

Wird Ihnen die Erfahrung aus diesem Rennen im 10-Kilometer-Lauf etwas nützen?
Die Skatingstrecke ist super und behagt mir, aber ich werde mich an niemandem orientieren können. Ich glaube, selber zu laufen, wird schwieriger. Ich hoffe, ich werde bereit sein, mich zu ­quälen.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 12.02.2018, 10:46 Uhr

Berner ohne Fortune

Im Slopestyle-Bewerb ver­passen die Snowboarder Moritz Thönen (Hilterfingen) und Michael Schärer (Spiez) die Finalqualifikation klar.

Wie bei der Premiere vor vier Jahren in Sotschi qualifizierte sich auch in Pyeongchang kein Schweizer für den Final der Top 12 im Snowboard-Slope­style. Jonas Bösiger durfte bis zum letzten Manöver des zweiten Qualifikationslaufs auf die Teilnahme hoffen. Eine Böe erwies sich für den 22-jährigen Schwyzer dann jedoch als Spielverderber.

Nicht auf Touren kamen die Berner Oberländer Moritz Thönen und Michael Schärer, welche in der ersten Qualifikationsgruppe klar scheiterten. Schärer war im Training schwer gestürzt und hatte gar um den Wettkampfstart gebangt, in der Vorausscheidung mochte sich der Spiezer dann in Anbetracht der Umstände nicht allzu viel vorwerfen. Thönen seinerseits sprach von schwierigen äusseren Bedingungen. «Ich wollte es zu gut machen», meinte der enttäuschte Hilterfinger, der eine verkorkste Saison hinter sich hat. Den Sieg sicherte sich der erst 17-jährige Amerikaner Redmond Gerard. Er ist der zweitjüngste Olympiasieger in der Geschichte – Skispringer Toni Nieminen (FIN) hatte 1992 in Albertville als 16-Jähriger triumphiert. sda/phr

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