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7 Fakten zur Silbermedaillengewinnerin

Gemeinsam mit dem Glarner Martin Rios hat Jenny Perret aus Sutz in Südkorea Silber geholt – ein etwas anderes Porträt der Bernerin.

Jenny Perret ist nach dem Mixed-Turnier noch Ersatzspielerin des Schweizer Frauenteams.
Jenny Perret ist nach dem Mixed-Turnier noch Ersatzspielerin des Schweizer Frauenteams.
Toby Melville (Reuters)

Jenny Perret stammt aus einer Curling-Familie. Die Seeländerin nahm als 7-Jährige an einem Tag der offenen Türe teil und war vom Sport, den auch ihre Eltern betreiben, sofort begeistert. Ihr Bruder Mats gehörte wie Martin Rios zu den zehn Spielern, die im Dezember 2015 mit 100 Stunden, 3 Minuten und 25 Sekunden den Weltrekord im Dauercurling aufstellten und sich so den Eintrag ins «Guinnessbuch der Rekorde» sicherten.

Jenny Perret leidet unter Flugangst. Früher sei es ganz schlimm gewesen, sagt die 26-Jährige. Durch das viele Fliegen hat die Angst zwar etwas abgenommen, aber verschwunden ist sie nicht. Sie bekämpft ihre Furcht nicht medikamentös. Teampartner Martin Rios kann im Flugzeug übrigens schlafen, selbst wenn Turbulenzen auftreten.

Für Jenny Perret ist Curling ein Verlustgeschäft. In dieser Saison kommt das Duo Perret/Rios dank den Swiss-Olympic-Prämien für den WM-Titel sowie den Beiträgen der Sporthilfe und des Businessclubs Sport Heart über die Runden. «Aber die zwei Saisons davor haben wir jeden Rappen selber bezahlt. Am bestdotierten Mixed-Turnier erhalten die Sieger etwa 2500 Franken, du machst also jedes Wochenende minus.»

Jenny Perret betreibt einen grossen Aufwand. Während der Saison steht die Seeländerin täglich rund zwei Stunden auf dem Eis, am Wochenende nimmt sie meistens an Turnieren teil. «Und jeden zweiten Tag gehe ich in den Kraftraum.» Aufgrund der hohen Belastung hat die kaufmännische Angestellte das Arbeitspensum auf 60 Prozent reduziert.

Jenny Perret schimpft auf dem Eis oft. Einst waren sie ein Liebespaar, doch während der Spiele sagen sich Perret und Rios die Meinung, als wären sie seit 30 Jahren verheiratet. «Auf dem Eis sind wir wie Katz und Maus», gibt sie zu, «wir empfinden das aber nicht als schlimm, weil wir wissen, dass die Worte nicht bös gemeint sind.» Das Duo versuchte es zu Beginn des Winters auf die harmonische Tour, doch das war den Leistungen abträglich.

Jenny Perret spielte einst Tennis. Als Kind schob Perret nicht nur Steine übers Eis, sondern jagte auch dem Filzball nach. «Doch ich musste mich früh entscheiden», sagt sie. Weil sie schon mit elf Jahren dreimal pro Woche mit dem Zug nach Bern fuhr, um das Curlingtraining zu besuchen, hörte sie mit Tennisspielen auf. Als ihren Sporthelden bezeichnet sie Roger Federer – Partner Martin Rios unterstützt den Spanier Rafael Nadal.

Jenny Perret könnte noch eine weitere Medaille holen. Während Rios nun in den Geniessermodus wechseln kann, beginnt für Perret die Zeit als Ersatzspielerin der Equipe von Skip Silvana Tirinzoni. Sie wird jeweils am Abend vor den Partien die Steine austesten «und auch sonst alles tun, um das Team zu unterstützen». Trotzdem glaubt die 26-Jährige, Zeit zu finden, einen Eishockeymatch und ein Skirennen live mitzuerleben.

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