Saubers Antwort auf die Frauen-Diskussion

Der Schweizer Rennstall befördert Tatiana Calderón zur Testfahrerin – mitten in einer hitzigen Debatte um Frauen im Motorsport.

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Es war ein gut gemeinter Rat von Carmen Jordá, doch angekommen ist er ganz anders. Die Spanierin, einst Entwicklungsfahrerin bei Lotus und später Renault, sass am letzten Wochenende zum ersten Mal in einem Elektroboliden der Formel E. Und war begeistert. So sehr, dass sie sich zur Aussage verleiten liess, Frauen sollten sich vom Traum einer Formel-1-Karriere verabschieden und sich lieber auf den kleinen Bruder Formel E konzentrieren. Die physischen Nachteile seien dort kleiner. «Wir können im Kart, der Formel 3 oder in einem GT-Auto gute Ergebnisse erzielen. Aber in der Formel 2 und der Formel 1 gibt es für uns eine körperliche Barriere.»

Der Unmut unter den Rennfahrerinnen war gross, die Reaktionen waren harsch. Die Britin Alice Powell, die 2010 als erste Frau eine der vielen Formel-Renault-Meisterschaften gewann, meldete sich mit den Worten: «Wie wäre es mit Schubkarrenrennen? Wäre das etwas für uns, weil es einfacher ist?»

Möglicher Trainingseinsatz

Ein Zeichen anderer Art setzte gestern das Team Sauber. Es beförderte die Kolumbianerin Tatiana Calderón von der Entwicklungs- zur Testfahrerin für diese Saison. Die 24-Jährige, die 2014 für den Zürcher Rennstall Jo Zeller Racing in der Formel 3 gefahren war und im letzten Jahr die GP3-Serie auf dem 16. Rang beendet hatte, darf damit liebäugeln, einmal in einem Freitagstraining zum Einsatz zu kommen.

Allerdings ist für sechs solcher Einsätze bereits Antonio Giovinazzi vorgesehen, der Nachwuchspilot von Ferrari. Calderón kann nun beweisen, dass sie sich gegen die männliche Konkurrenz auch auf höchster Stufe durchsetzen kann – und damit Carmen Jordás gut gemeinten Rat widerlegen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.03.2018, 16:47 Uhr

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