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Rossi von den Spaniern verschaukelt?

Im zum Motorrad-Krieg erhobenen Kampf um den MotoGP-Titel ist die Entscheidung auf umstrittene Weise gefallen.

21 Positionen gewonnen und doch verloren: Valentino Rossi.
21 Positionen gewonnen und doch verloren: Valentino Rossi.
Keystone
Der neue Weltmeister: Jorge Lorenzo lässt sich feiern.
Der neue Weltmeister: Jorge Lorenzo lässt sich feiern.
AFP
Vorne weg: Lorenzo (rechts) durfte von der Pole aus starten, während Rossi wegen seines Fusstritts gegen Marquez von Startplatz 25 aus ins Rennen gehen musste.
Vorne weg: Lorenzo (rechts) durfte von der Pole aus starten, während Rossi wegen seines Fusstritts gegen Marquez von Startplatz 25 aus ins Rennen gehen musste.
Keystone
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«Da ich von ganz hinten starten muss, werde ich ein wesentlich höheres Risiko im Rennen eingehen», kündigte Valentino Rossi vor dem Saisonfinale der MotoGP-Klasse an. Schon in den Trainings und im Qualifying hatte der Italiener die Kurven mehrfach auf der Innenbahn angebremst, um für spektakuläre Überholmanöver gewappnet zu sein.

Würde ihm das Unmögliche gelingen? Würde er es schaffen, gegen den von der Pole startenden Jorge Lorenzo das Polster von sieben Punkten zu vereidigen? Die Ausgangslage präsentierte sich wie folgt: Sollte sein Intimfeind Lorenzo siegen, würde Rossi Rang 2 brauchen, sollte der Spanier Zweiter werden, wäre Platz 3 genug. Der 6. Platz würde Rossi den zehnten Titel bringen, wenn sein Rivale höchstens Dritter wird.

Rossi würde also aller Voraussicht nach Schützenhilfe brauchen, um im WM-Klassement vorne zu bleiben. Vermutlich sogar von Marc Marquez, den er beim letzten Rennen in Malaysia mit einem Tritt zu Fall gebracht hatte. Diese Aktion trug ihm die Rückversetzung für Valencia und harsche Vorwürfe seiner Rivalen ein. «Wir haben den Respekt vor Valentino als Sportler verloren. In der Vergangenheit hat er so etwas häufiger gemacht, aber so schlimm wie diesmal war es noch nie», hatte etwa Lorenzo gesagt. Und eigentlich sind die beiden ja Teamkollegen.

Rossi arbeitete sich vor über 110'000 Zuschauern rasch auf Position 9 vor und kämpfte nach einer Viertelstunde schon um Position 4. Der Rückstand auf die Spitze aber wuchs. Lorenzo, das zeichete sich ab, würde sich Rang 2 leisten können. Schliesslich fuhr der Titelfavorit als Sieger über die Ziellinie. Marquez hätte Lorenzo wohl mehrfach überholen können, hatte aber offenbar keine Lust, Rossi zu helfen. Für neuen Zündstoff ist gesorgt.

Die aussergewöhnliche Aufholjagd Rossis, der sich um 21 Positionen nach vorne arbeitete und Vierter wurde, war vergeblich. Valencia ist für den Italiener weiter kein gutes Pflaster: 2006 verpasste er in der Hafenstadt wegen eines Fahrfehlers den sicher geglaubten Titel. Es war eine der grössten Enttäuschungen seiner Karriere.

Grand Prix von Valencia. MotoGP (30 Runden à 4,005 km = 120,15 km): 1. Jorge Lorenzo (Sp), Yamaha, 45:59,364 (156,7 km/h). 2. Marc Marquez (Sp), Honda 0,263 zurück. 3. Dani Pedrosa (Sp), Honda, 0,654. 4. Valentino Rossi (It), Yamaha, 19,789. 5. Pol Espargaro (Sp), Yamaha, 26,004. 6. Bradley Smith (Gb), Yamaha, 28,835. - Schnellste Runde: Lorenzo (3.) in 1:31,367 (157,8 km/h). - 26 Fahrer gestartet, 22 klassiert. – WM-Schlussklassement (18/18): 1. Lorenzo 330 (Weltmeister). 2. Rossi 325. 3. Marquez 242. 4. Pedrosa 206. 5. Andrea Iannone (It), Ducati, 188. 6. Smith 181. - 28 Fahrer mit WM-Punkten.

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