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Gläubiger werfen Sauber Arroganz vor

Die Gläubiger des finanziell angeschlagenen Sauber-Rennstalls stören sich nicht nur an den unbezahlten Rechnungen, sondern vor allem auch daran, wie die Verantwortlichen des Formel-1-Teams mit ihnen umgehen.

In der Klemme: Peter Sauber, Patron und Gründer des Schweizer Formel-1-Teams.
In der Klemme: Peter Sauber, Patron und Gründer des Schweizer Formel-1-Teams.
Keystone

Am vergangenen Sonntag hatte Peter Sauber im «Sportpanorama» des Schweizer Fernsehens einen viel beachteten Auftritt. Der Patron des Sauber-Rennstalls betonte, wie sehr er es bedaure, dass diverse Zulieferer noch immer auf ihr Geld warten müssten. «Das ist peinlich und unangenehm. Aber zum Glück haben die meisten Verständnis und Geduld», so Sauber. Ein Bericht der «Handelszeitung» zieht diese Aussage nun aber in Zweifel. Die Zulieferer seien daran, die Nerven zu verlieren, heisst es im heute veröffentlichten Artikel.

Die meisten der dreissig offenen Rechnungen belaufen sich gemäss Recherchen der Zeitung auf wenige Tausend Franken. Insgesamt sollen rund zwei Dutzend Schweizer Kleinbetriebe seit Monaten darauf warten, dass eine Zahlung aus Hinwil eintrifft. Besonders brisant ist dabei, dass die betroffenen Unternehmer von einem «arroganten» und «unkooperativen» Verhalten des Formel-1-Rennstalls mit dem auf 100 Millionen Dollar geschätzten Jahresbudget sprechen. Aus Respekt vor der Marke Sauber wollten die Kritiker ihre Namen aber nicht veröffentlicht sehen.

Ist ein russischer Unternehmer der Retter?

Eine Heizungsfirma aus dem Zürcher Oberland habe die Sauber Motorsport AG auf über 11'000 Franken betrieben. Zuvor habe das Unternehmen in seiner 50-jährigen Geschichte erst einmal zu diesem Mittel greifen müssen. «Wir hätten wenigstens erwartet, dass man mit uns Kontakt aufnimmt», zitiert die «Handelszeitung» ihren Informanten. Ein Sauber-Sprecher erklärte gegenüber der Zeitung, der Rennstall sei sehr wohl in Kontakt mit seinen Lieferanten und setze alles daran, so schnell wie möglich aus der misslichen Lage herauszukommen.

Einer der Hoffnungsträger heisst offenbar Boris Rotenberg. Er ist russisch-finnischer Doppelbürger und soll laut dem «Blick» grosse Investitionen ins Team Sauber erwägen. Der Bauunternehmer fährt selbst Rennen in der Ferrari-Challenge. Über den Motorenlieferanten der Hinwiler soll der Kontakt zu Peter Sauber eingefädelt worden sein. Zur Rettung von Sauber sollen rund 30 Millionen Franken notwendig sein.

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