Sumiswald

Gas geben für eine Karriere als Profi

SumiswaldDie Motocross-Gene kriegte Loris Freidig in die Wiege gelegt. Nun träumt der 20-jährige Sumiswalder davon, Profi zu werden.

Loris Freidig sitzt schon seit 16 Jahren auf Motorrädern.

Loris Freidig sitzt schon seit 16 Jahren auf Motorrädern. Bild: PD

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Die Leidenschaft zum Moto­cross kam früh bei Loris Freidig. Verständlich, schwangen sich doch schon beide Elternteile einst auf schnelle Geländemaschinen. Und weshalb heisst der Soh­nemann Loris? 1998, im Ge­burtsjahr, holte sich der italie­nische Töffstar Loris Capirossi die 250er-Strassenweltmeisterschaft – alles klar?

Im zarten Alter von vier Jahren sass der Junge dann zum ersten Mal auf einer 50-ccm-Suzuki-RM50. Es folgten erste Runden auf den Feldwegen rund um Enggistein, Freidigs früheren Wohnort, ehe er 2003, als Fünfjähriger, sein erstes Rennen bestritt.

Zwei Jahre später dann die erste komplette Rennsaison, die AFM (Association Fribourgeoise de Mo­tocycliste) Meisterschaft. 2006, ­immer noch in der 50er-Klas­se unterwegs, resultierte in der AFM-Jahreswertung bereits Rang 3. Stufe um Stufe arbeitete sich Loris auf der Motocross-Erfolgsleiter nach oben.

2007 folgte der Wechsel in die 65-ccm-Klasse. «Nicht so einfach für mich, das erste geschaltete Motorrad brauchte Angewöhnungszeit», erinnert sich Loris Freidig. Seit 2013 und bis heute pilotiert er ein noch grösseres und noch stärkeres Bike, eine 250er-Husquarna.

Berufslehre und Sport

Eine solide berufliche Grundausbildung, Leistungssport und (wenig) Freizeit unter einen Hut zu bringen, war und ist Loris und seinen Eltern, welche ihn an alle Wettkämpfe begleiten, ein grosses Anliegen. Die Möglichkeit, an einer Sporthandelsschule die KV-Lehre auf vier Jahre auszudehnen, kommt dem Motocross-Talent dabei sehr gelegen.

So gelingt es ihm, durchschnittlich drei­mal pro Woche seinem Töff auf der permanenten Strecke von Schwarzenberg bei Wattenwil die Sporen zu geben, «auf meiner Lieblingsstrecke notabene, die kenne ich wie meine Westen­tasche.»

«Wichtig ist mir, die Gefahren einschätzen zu können und situativ richtig zu reagieren.»
Loris Freidig

Wenn Fahrer mit 100 km/h durch die Gegend brausen und mit ihren Maschinen bis zu 40 Meter durch die Luft fliegen, kann immer etwas passieren. «Wichtig ist mir, die Gefahren einschätzen zu können und situativ richtig zu reagieren», gibt der 20-jährige Sumiswalder zu Protokoll.

Ausgerüstet mit Helm, Stiefel, Knie- und Rückenprotektoren, minimiert er das Unfallrisiko. Narben über dem Schlüsselbein zeugen von typischen Motocross-Verletzungen, die eine oder andere Hirnerschütterung kam noch dazu.

Ziel: Königsklasse

In die Königsklasse, die MXGP, aufsteigen, mit Motocross den Lebensunterhalt verdienen? «Das wäre cool, das höchste der Gefühle», sinniert Loris Freidig, der aktuell in der Klasse Swiss MX 2 fährt. Obwohl nicht das absolute Toptalent, aber dafür mit guten Grundlagen und mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen ausgestattet, will es Loris seinen Vorbildern Jeffrey Herlings (NED) und dem Schweizer Jeremy Seewer gleichtun.

«Der Freidig will und kann das auch!» Doch das ist nicht einfach: So gilt es auf dem Weg an die Spitze jährlich ein 100'000-Franken-Budget zu stemmen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.08.2018, 10:38 Uhr

Infobox

Am Motocross Linden steht am Wochenende an der FMS-Meisterschaft die Klasse Swiss MX 2 nicht im Programm, deshalb fährt Loris Freidig ausser Konkurrenz.

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