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«Dies ist ein extrem trauriger Tag»

Der britische Automobilrennfahrer Dan Wheldon ist beim Indy-Rennen von Las Vegas tödlich verunglückt. Das Auto des 33-Jährigen geriet nach einer Massenkarambolage ins Schleudern und knallte auf einen anderen Wagen.

... stirbt der britische Rennfahrer und zweimalige Gewinner des Klassikers Indy 500 Dan Wheldon an seinen schweren Verletzungen.
... stirbt der britische Rennfahrer und zweimalige Gewinner des Klassikers Indy 500 Dan Wheldon an seinen schweren Verletzungen.
Barry Ambrose, Reuters
... und verliert dabei die Kontrolle über sein Fahrzeug, das über ein anderes Auto fliegt und im Fangzaun landet.
... und verliert dabei die Kontrolle über sein Fahrzeug, das über ein anderes Auto fliegt und im Fangzaun landet.
Barry Ambrose, Reuters
Wheldon hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Hier posiert er mit seiner Familie nach seinem Sieg in Indianapolis am 30. Mai 2011.
Wheldon hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Hier posiert er mit seiner Familie nach seinem Sieg in Indianapolis am 30. Mai 2011.
Jeff Haynes, Reuters
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«Das schlimmstmögliche Szenario ist tatsächlich Realität geworden», schreibt das Onlineportal «Motorsport Aktuell». Indycar-Chef Randy Bernard gab in Las Vegas bekannt, dass Dan Wheldon bei dem Crash in Runde dreizehn ums Leben gekommen ist. «Die Indycar-Serie muss leider bekannt geben, dass Dan Wheldon von uns gegangen ist», sagte Bernard laut dem Onlinemagazin.

Mit Geschwindigkeiten bis 360 Km/h unterwegs

Das Unglück ereignete sich in der 13. Runde, insgesamt waren 15 Fahrzeuge in den Unfall involviert. Wheldon wurde per Helikopter ins «University Medical Center» geflogen, die Ärzte konnten aber nur noch seinen Tod feststellen. Drei weitere Fahrer, unter ihnen Titelkandidat Will Power, wurden beim Unfall verletzt. Anschliessend wurde die rote Flagge gehisst, Staff-Mitglieder reparierten Zäune und entfernten zerstörte Fahrzeuge.

«Es war wie eine Filmszene, die sie so realistisch wie möglich darstellen wollten», sagte Danica Patrick, die ihr letztes IndyCar-Rennen bestritt. «Überall lagen Wrackteile herum und man konnte den Rauch förmlich spüren.» Die Fahrer hatten sich vor dem Rennen über die hohen Geschwindigkeiten beunruhigt gezeigt, im Training hatten sie Spitzen von fast 360 km/h erreicht. Die Bestürzung im Fahrerlager war gross. Auch Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton trauert um seinen Landmann. «Dies ist ein extrem trauriger Tag», liess er über Twitter verlauten. «Dan war ein Fahrer, dem ich während meiner Karriere gefolgt bin, da ich in seine Fussstapfen getreten bin, als wir die Motorsport-Leiter in Grossbritannien erklommen haben.»

Bei seinem Unfall in Turn 2 erlitt Wheldon «tödliche Verletzungen», führte der Indycar-Boss mit tränenerstickter Stimme weiter aus. «Unsere Gedanken und Gebete sind bei seiner Familie. Das Rennen ist abgebrochen, in Kürze werden die Piloten fünf Runden zu seinen Ehren drehen.»

Das Rennen wurde anschliessend nicht zu Ende gefahren und die Fahrerkollegen gaben Wheldon mit fünf Ehrenrunden das letzte Geleit. Wheldon, Vater von zwei kleinen Kindern, ist das erste IndyCar-Opfer, seit Paul Dana 2006 in Homestead verstorben war. Im Training zum ersten Rennen der Saison 2006 kollidierte Dana mit Ed Carpenter. Der 30-jährige Dana verstarb später im Spital.

Wie einst Graham Hill

Dan Wheldon wurde am 22. Juni im englischen Emberton geboren, begann bereits mit vier Jahren Cart zu fahren und durchlief die verschiedenen Jugend-Ebenen im Motorsport. Während sich laut dem «Independent online» sein damaliger Rivale Jenson Button in der Formel 1 etablieren sollte, verliess Wheldon England in Richtung USA, weil die Kosten, um seine Karriere in England fortzusetzen, zu hoch waren.

Als Wheldon 2002 gerade 23-jährig in die Indycar-Serie wechselte, galt er als Talent. 2003 wurde er in der «IRL IndyCar Series» zum «Rookie of the Year» gewählt, ein Jahr später belegte er zum ersten Mal in einem Indycar-Rennen den ersten Platz. Schliesslich entschied Wheldon 2005 mit dem Rekord der meisten gewonnenen Rennen in einer Saison (6) die Indycar-Serie für sich und siegte auch am Indy 500. Seit 1966, als Graham Hill triumphierte, war Wheldon der erste Engländer, der dieses Rennen gewann.

Vor dem Sprung zu Sauber

Seine Erfolge sprachen sich auch in der Formel 1 herum. Der Sauber-Rennstall war an einer Verpflichtung von Wheldon interessiert. Dieser winkte ab, da er seinen Vertrag in der Indycar-Serie zuerst erfüllen wollte. Nach einer eher durchzogenen Saison 2007 verbuchte er am Tag seines 30. Geburtstages den 15. Rennsieg seiner Karriere. Den Gewinn spendete an Opfer von Umweltunglücken in Iowa.

Am 29. Mai 2011 gelang Dan Wheldon der emotionalste Sieg. Als erst 18. Fahrer schaffte er es, ein zweites Mal das Rennen Indy 500 zu gewinnen und dies mit einer Runde Vorsprung – Rekord. Seinen Sieg widmete er seiner Mutter, welche an Alzheimer erkrankt war. Anschliessend wurde Wheldon zum offiziellen Testfahrer des Next-Generation Indycar. Weil er um den Las-Vegas-Bonus von fünf Millionen US-Dollar kämpfen durfte, bestritt Wheldon als Vorbereitung vor einigen Wochen das Indycar-Rennen von Kentucky.

Der 33-jährige Wheldon feierte in 134 IndyCar-Rennen insgesamt 16 Siege. Er hinterlässt seine Frau Susie Behm und zwei Söhne. Oliver, der jüngere Sohn, wurde erst im März diesen Jahres geboren.

dapd/ si/wid, ot

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