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Die Tragödie um den verhinderten WM-Anwärter

Während Sebastian Vettel allen um die Ohren fährt, liegt Robert Kubica seit zwei Monaten im Spital. Im quälenden Wissen, dass er im schnellen Lotus-Renault-Boliden selbst Vettel kitzeln könnte.

Das Ende der Hoffnungen für 2011: Robert Kubica wird nach seinem Unfall im Februar auf einer Trage abtransportiert.
Das Ende der Hoffnungen für 2011: Robert Kubica wird nach seinem Unfall im Februar auf einer Trage abtransportiert.
Keystone

Robert Kubica galt unter Formel-1-Experten als potenzieller Weltmeister. In dieser Saison hätte der Pole, der 2008 in Montreal den bislang einzigen Grand-Prix-Sieg für Sauber einfuhr, als unumstrittener Teamleader von Lotus Renault richtig angreifen sollen, doch sein verheerender Unfall bei einer unbedeutenden Rallye in Italien machte ihm einen dicken Strich durch die Rechnung.

Angesichts der starken Performance seines Teams in den beiden ersten Saisonrennen mit Podestplätzen für Witali Petrow und Nick Heidfeld ist der Ausfall besonders bitter für den streng gläubigen Katholiken, auf dessen Helmen stets der Name des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. prangt. Man kann sich leicht ausrechnen, wozu ein gesunder Kubica im schwarz-goldenen Boliden fähig wäre, wenn dieser Petrow in Australien und Heidfeld in Malaysia auf Rang 3 trägt. «Er ist für mich der talentierteste junge Fahrer in der Formel 1 überhaupt - und jetzt fehlt er», sagte Ex-Weltmeister Niki Lauda voller Bedauern.

Kubica ist in Entwicklung eingebunden

Ob Kubica jemals wieder ein Formel-1-Rennen bestreiten kann, steht in den Sternen. Die Ärzte werteten es schon als Erfolg, dass er die verletzte Hand wieder bewegen kann. Sein Interesse am Motorsport ist dagegen ungebrochen. Er verfolgte die beiden bisherigen Rennen der neuen Saison vor dem Fernseher und schickte Petrow sogar eine Gratulations-SMS nach Melbourne. Zudem steht er in ständigem Kontakt zu Eric Boullier, dem Teamchef von Lotus Renault. Boullier bindet Kubica auch in die Entwicklung des Autos ein - in der Hoffnung, dass dieser 2012 nachholen kann, was er nun verpasst.

Kubicas Ersatz Nick Heidfeld fühlt trotz aller Freude über seine sportliche Auferstehung mit dem Polen und schrieb ihm in der «Bild»-Zeitung einen offenen Brief: «Ich habe mir dein Logo auf das Mundstück meines Helms drucken lassen und die polnische Flagge auf die Seite. Ich wollte, dass du siehst, dass ich an dich denke. Platz 3 ist auch für dich».

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