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«Der Unfall war unvermeidlich»

Nach dem tödlichen Unfall des Italieners Marco Simoncelli sucht die Motorsportszene wieder einmal nach dem Warum. Ein früherer Weltmeister macht die Reifen verantwortlich – und die Fahrer selbst.

Der verhängnisvolle Moment: Colin Edwards' Motorrad trifft den am Boden liegenden Marco Simoncelli mit voller Wucht. (23. Oktober 2011)
Der verhängnisvolle Moment: Colin Edwards' Motorrad trifft den am Boden liegenden Marco Simoncelli mit voller Wucht. (23. Oktober 2011)
Keystone
Während Edwards ebenfalls stürzt, kann Valentino Rossi nach einer leichteren Kollision auf die Wiese ausweichen. (23. Oktober 2011)
Während Edwards ebenfalls stürzt, kann Valentino Rossi nach einer leichteren Kollision auf die Wiese ausweichen. (23. Oktober 2011)
Keystone
Sie waren Freunde und Konkurrenten: Valentino Rossi und Marco Simoncelli. (9. April 2010)
Sie waren Freunde und Konkurrenten: Valentino Rossi und Marco Simoncelli. (9. April 2010)
Keystone
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Am Sonntag, nur eine Woche nach dem Tod des Indycar-Piloten Dan Wheldon, starb nach einem schweren Sturz beim Grand Prix von Malaysia in Sepang auch der italienische Motorradrennfahrer Marco Simoncelli. Sein Tod löst vor allem in Italien Fassungslosigkeit aus. «Es kann nicht sein, dass man mit 24 Jahren bei einem Rennen ums Leben kommt», sagte Gianni Petrucci, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees. Ähnlich klingt es im Fahrerfeld. «Worte können nicht beschreiben, wie ich leide», gab Marco Melandri zu Protokoll. «Ich denke an Marcos Familie und alle Leute, die ihm nahestanden, speziell an seinen Vater und seine Mutter. Ich habe selbst ein Kind. Was heute passiert ist, ist das Schlimmste, das man sich vorstellen kann», teilte Andrea Dovizioso mit.

Streckenarzt und Motorrad-Legende uneinig

In den Augen des Streckenarztes Marco Russo war Pech die Ursache für Simoncellis schrecklichen Tod. «Marco ist weggerutscht, dafür kann man niemanden verantwortlich machen, auch keine mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen. Der Unfall war unvermeidlich», sagte der Mann, der im Medical Center von Sepang vergeblich versucht hatte, dem Gestürzten das Leben zu retten.

Der 15-fache Weltmeister Giacomo Agostini, nicht nur in Italien eine grosse Autorität in Sachen Motorsport, will sich mit dieser Erklärung aber nicht zufrieden geben. Er gibt der Technik eine Mitschuld an der Tragödie – und auch den Piloten selbst. «Unser Sport ist in den vergangenen Jahren immer gefährlicher geworden. Die Fahrer wollen Reifen, die bis ins Ziel hohe Geschwindigkeiten garantieren. Wir wurden gegen Ende immer langsamer, kamen aber alle an», so der 69-Jährige.

Die Freundin sah die Tragödie am Monitor

Valentino Rossi, der in den Unfall involviert war, Simoncelli im Gegensatz zu Colin Edwards aber nicht mit voller Wucht traf, war zu geschockt für eine Stellungnahme. Rossi hatte ein enges Verhältnis zum Verstorbenen, in dem er einen würdigen Nachfolger sah, nannte ihn fast zärtlich «Bastardo». Noch härter traf es Simoncellis Freundin Kate: Sie musste rund zwei Minuten nach dem Start am Monitor mit ansehen, wie der Rennfahrer verunfallte und dann neben seinem zerborstenen Helm regungslos auf dem Asphalt liegen blieb. Die junge Frau hatte einen Weinkrampf.

Warum hat Simoncelli den Helm verloren?

Warum Simoncelli beim Sturz seinen Helm verlor, ist unklar. Da die Mediziner «sehr ernste Kopfverletzungen sowie Verletzungen im Nacken und im Brustbereich» als Todesursache ausmachten, stellt sich aber die Frage, ob dieser Fakt das entscheidende Puzzleteilchen zur Komplettierung der Tragödie war. Renndirektor Paul Butler erklärte, die Helm-Frage werde gewissenhaft bearbeitet, bis zur Bekanntgabe der Erkenntnisse werde es aber noch dauern.

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