Zum Hauptinhalt springen

Der grosse Krach nach dem Crash

Der Reifenschlitzer von Nico Rosberg an Teamkollege Lewis Hamilton am GP von Belgien bringt Mercedes noch weiter in die Bredouille.

Bei Mercedes fliegen die Fetzen, und das wortwörtlich. Am vergangenen Sonntag kam es am GP von Belgien bereits in Runde 2 zur Kollision zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton. Rosberg touchierte bei einem Überholmanöver mit seinem Frontflügel das Heck von Lewis Hamilton und schlitzte dabei das linke Hinterrad auf. Hamilton musste sofort zum Reifenwechsel, vergass aber bei der Einfahrt zur Boxengasse das Tempo zu drosseln und beschädigte dabei den Unterboden seines Wagens – nach langem Kampf mit dem Auto beendete der 29-jährige Engländer das Rennen in Runde 39.

Hamilton musste dann zusehen, wie Rosberg trotz Zeitverlust beim Frontflügelwechsel auf Platz 2 fährt und ihn im Duell um den Weltmeistertitel weiter distanziert. Die Differenz zwischen den beiden Mercedes-Piloten beträgt mittlerweile 29 Punkte.

Hamiltons Nullrunde löste in Spa unmittelbar nach dem Rennen eine interne Krisensitzung bei den Silberpfeilen aus. «Es war ganz klar Nicos Schuld. Er hätte den Crash verhindern können. Wenn es in der letzten Kurve passiert wäre, hätte ich nichts dagegen gehabt, aber doch nicht in Runde zwei», sagte Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda ohne Umschweife.

Nico Rosberg verteidigte sich an der Pressekonferenz und macht Lewis Hamilton zum Sündenbock. «Ich war schneller, ich habe aussen herum versucht an ihm vorbei zu kommen. Ich sah kein Risiko, weil ich viel schneller war. Plötzlich war die Innenseite blockiert», so Rosberg.

Für Niki Lauda gibt es kein Pardon. Er stellt sich auch nach der internen Aussprache auf die Seite von Lewis Hamilton. «Ich verstehe, dass Lewis einen Hals hat, er kann nichts dafür. Wir haben einen klaren Doppelsieg verschenkt. Das kann ich nicht akzeptieren.» Hamilton selbst macht sich die Rückendeckung von Lauda zunutze und mimt den Sprecher von Rosberg. «Nico hat zugegeben, dass er es absichtlich gemacht hat. Er hat gesagt, er hätte es vermeiden können. Er sagte: ‹Ich habs gemacht, um mich zu beweisen.›»

Eine schwere Anschuldigung, die wohl nur eine weitere Untersuchung der FIA provozieren soll. Die Rennleitung hat den Zwischenfall noch am Sonntag als normalen Unfall taxiert – ohne Folgen für Rosberg. Konsequenzen könnte der Crash allerdings bei Mercedes haben. «Wir hassen das Wort Teamorder. Das steht jetzt aber zur Diskussion», sagte Motorsport-Direktor Toto Wolff und führte aus, dass in Zukunft der Zweitplatzierte den Führenden wohl nicht mehr angreifen darf. «Was nützen uns tolle Rennen und tolle Fights, wenn wir am Ende wie Idioten dastehen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch