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Das Nonplusultra

Neel Jani startet am Samstag am 24-Stunden-Rennen in Le Mans als Titelverteidiger. Favorit ist der Seeländer im Porsche aber nicht. Diese Rolle gehört Landsmann Sébastien Buemi.

Peter Berger
Die 24 Stunden von Le Mans bedeuten für alle höchste Anstrengungen.
Die 24 Stunden von Le Mans bedeuten für alle höchste Anstrengungen.
Porsche/zvg

Neel Jani hat in der Langstrecken-WM WEC alles erreicht. Der 33-jährige Seeländer wurde 2016 Weltmeister und gewann das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Doch Jani hält vor dem heutigen Start in Frankreich fest: «Es ist immer schöner, wenn man etwas zweimal gewinnen kann.»Seit 1923 wird der Klassiker ausgetragen. Drei Fahrer bilden ein Team und wechseln sich ungefähr alle drei Stunden ab.

Der Stellenwert eines Sieges in Le Mans kommt gleich hinter einem Formel-1-Titel. Motorsportlegenden wie Graham Hill, Jacky Ickx, Derek Bell und Hans-Joachim Stuck stehen in der Siegerliste. Marcel Fässler hat das Rennen an der Sarthe als erster Schweizer dreimal gewinnen können (2011, 2012, 2014). Der Einsiedler fährt nach dem überraschenden Rückzug von Audi Ende 2016 aus der höchsten LMP1-Klasse jetzt noch in einer Corvette in der GTE-Pro-Serie.

Neel Jani gibt an der am Rande der Medienkonferenz in Lignières Auskunft über sein Befinden vor dem 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Video: Peter Berger

Auch Amateure am Start

In Le Mans starten 60 Autos in vier Kategorien gleichzeitig, was für viel Verkehr auf dem rund 13 Kilometer langen Kurs sorgt. «Und für viel Gefahr», ergänzt Jani. «Einige Fahrer sind Amateure. Sie nehmen nicht immer die Ideallinie und sind deshalb schwierig zu überholen.» Mit 340 km/h sind die schnellsten Boliden unterwegs. Am Donnerstag im Qualifying senkte der Japaner Kamui Kobayashi im Toyota den Streckenrekord von Jani aus dem Jahre 2015 um gleich zwei Sekunden (3:14,791 sec). Der frühere Formel-1-Pilot startet mit seinem Team aus der Poleposition; gleich daneben auf Position 2 wird sich Markenkollege Sébastien Buemi einreihen.

Toyotas Drama 2016

Der japanische Automobilhersteller lechzt förmlich nach dem ersten Titel in Le Mans. Im Vorjahr hatte Buemis Teamkollege Kazuki Nakajima bis drei Minuten vor Schluss geführt, bevor ein mysteriöser Defekt (einige spekulierten, ob gar das Benzin ausgegangen war) Jani im Porsche den Last-Minute-Sieg ermöglichte. «Das war extrem bitter», erinnert sich Buemi. «Jetzt wollen wir es besser machen und bis zum Ziel vorne sein.» Der 28-jährige Waadtländer führt die Langstrecken-Weltmeisterschaft an. Zudem ist er Leader in der Formel E. «Aber nichts wäre mir lieber als ein Sieg in Le Mans», macht Buemi aus seinen Zielen kein Geheimnis.

Seine Aussichten sind gut. Die beiden bisherigen Saisonrennen in Silverstone und Spa hat Buemi gewonnen. «Wir sind in Form und haben ein gutes Auto», meint er. Toyota hat in der LMP1-Klasse Konkurrent Porsche in dieser Saison überholen können. Das ist erstaunlich, schliesslich waren die Deutschen seit ihrer Rückkehr nach 16 Jahren Abstinenz das Mass aller Dinge. In den vergangenen 2 Jahren gingen sowohl die Fahrer- und Konstrukteurs­titel sowie die Le-Mans-Siege an Porsche.

Jani hofft auf die Nacht

Jani, der hinter dem Toyota-Duo und neben dem Porsche-Schwesterauto aus der zweiten Startreihe loslegen wird, bestätigt die neue Ausgangslage: «Wir sehen uns nicht als Favoriten. Aber in 24 Stunden kann viel passieren.» Er betont, dass man nicht während der ganzen Renndauer das schnellste Auto haben könne.

Entscheidend könnte bei der 85. Austragung sein, wer am besten mit der Hitze umgehen kann. «Das wird ein Stress für die Autos, für die Fahrer, für alle», sagt Jani. Der Seeländer hofft wie Buemi, dass er am Sonntag um 15 Uhr bei der Zielankunft ein neues Kapitel beim Nonplusultra im Langstrecken-Rennsport beitragen kann.

Auch Trummer ist schnell

Neben den beiden Schweizer Topfahrern ist auch Simon Trummer am Start. Der Berner Oberländer aus Frutigen startet in der zweithöchsten LMP2. Auch er hofft nach der zweitbesten Trainingszeit mit seinen Manor-Teamkollegen auf einen Sieg in seiner Klasse.

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