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«Das ist kein Sieg, auf den ich stolz bin»

Bei Red Bull herrscht trotz des Doppelsiegs eisige Stimmung. Sebastian Vettel hat mit seinem waghalsigen Duell gegen Teamkollege Mark Webber seine eigenen Interessen über die des Teams gestellt.

Eiszeit in den Tropen: Der zweitplatzierte Mark Webber (l.) und Sieger Sebastian Vettel geben sich zerknirscht. Der drittplatzierte Lewis Hamilton (r.) ist nicht zu beneiden.
Eiszeit in den Tropen: Der zweitplatzierte Mark Webber (l.) und Sieger Sebastian Vettel geben sich zerknirscht. Der drittplatzierte Lewis Hamilton (r.) ist nicht zu beneiden.
Keystone
Erlöst: Vettel hebt nach dem harten Kampf im Cockpit die Arme in die Höhe.
Erlöst: Vettel hebt nach dem harten Kampf im Cockpit die Arme in die Höhe.
Keystone
Starke Leistung: Nico Hülkenberg steuert den Sauber C32 auf Rang 8.
Starke Leistung: Nico Hülkenberg steuert den Sauber C32 auf Rang 8.
Keystone
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Für die Zuschauer war der GP von Malaysia sicherlich ein Highlight. Es gab viele Überholmanöver und einige heisse Duelle. Eines davon blieb nicht ganz ohne Folgen, zumindest was die Stimmung bei Red Bull angeht. So lagen mit Mark Webber in Führung und Sebastian Vettel auf Platz 2 beide Piloten des österreichisch-englischen Rennstalls an der Spitze. Die Anweisung des Teams an seine Fahrer war darauf klar: etwas Motorleistung wegnehmen und die Reifen schonen. Das Rennen sei gelaufen. Teamchef Christian Horner sagte nach dem GP gegenüber dem deutschen TV-Sender RTL: «Wir wollten es zu diesem Zeitpunkt nach Hause fahren. Es waren 43 Punkte möglich.»

Wie der Rennverlauf aber dann gezeigt hat, hielt sich nur einer der beiden Fahrer an die Vorgabe aus der Boxengasse. Vettel attackierte den vor ihm liegenden Australier vehement und überholte diesen zehn Runden vor Schluss. «Wir haben es beiden Fahrern klar gesagt», fährt Horner weiter. «Sebastian hat seine eigenen Interessen über jene des Teams gestellt. Das Team wollte die maximal möglichen Punkte holen, er die 25 für den Sieg.»

«Ich habe es heute verbockt»

Der deutsche Dreifachweltmeister sah die Problematik zunächst nicht. Gleich nach dem Rennen sagte er: «Es war ein enges Rad-an-Rad-Duell, bei dem beiden Fahrern nicht viel Platz übrig blieb. Ich habe den Kampf genossen und die Oberhand behalten, aber es war sehr knapp.» Erst an der Pressekonferenz, als Webber ihm seinen Unmut bereits kundgetan hatte, krebste Vettel dann zurück. «Ich habe es heute verbockt und entschuldige mich dafür. Ich war mir der Sache nicht bewusst, sonst wäre ich nicht so viel Risiko eingegangen, um jemanden zu überholen, den ich in diesem Moment nicht hätte überholen sollen.» Abschliessend unterstrich Vettel noch einmal: «Ich schulde Mark und dem Team eine Erklärung. Das ist kein Sieg, auf den ich stolz bin – denn es hätte Marks Sieg sein sollen.»

Saubers Saison ist lanciert

Ganz anders ist die Stimmung derweil bei Sauber. Mit den ersten vier WM-Punkten ist die neue Saison auch für den Schweizer Rennstall lanciert. Nico Hülkenberg gab sich nach seinem ersten Rennen für die Hinwiler sichtlich zufrieden: «Der 8. Platz heute war verdient, ich musste viel kämpfen und viel angreifen. Ich glaube, das Potenzial ist da, wir müssen jetzt noch an einigen Details arbeiten.» Sein Kollege Esteban Gutiérrez, der die Punkteränge in seinem zweiten Formel-1-Rennen erneut verpasste, gibt sich indes etwas enttäuscht, bleibt jedoch positiv eingestellt: «Platz zwölf ist in Ordnung. Wir wären natürlich gerne in die Punkte gefahren. Insgesamt denke ich aber, dass das Wochenende ein Schritt nach vorne war.»

Auch Teamchefin Monisha Kaltenborn zieht nach dem zweiten Rennwochenende des Jahres ein insgesamt positives Fazit, betont aber ebenfalls, dass das Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist: «Wir freuen uns über dieses Ergebnis, denn wir hatten ein unerwartet schwieriges Wochenende, konnten uns aber Schritt für Schritt steigern. Wir haben jetzt ein besseres Verständnis jener Punkte, die wir optimieren müssen. Das wird uns helfen, das Potenzial des Autos auszuschöpfen.»

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