Bremsen auf Kommando

Neel Jani dominiert das 6-Stunden-Rennen in Austin, wird am Ende aber «nur» Zweiter. Sein Arbeitgeber Porsche will es so.

Nur der Stallordnung wegen mussten Neel Jani und seine zwei Teamkollegen den Sieg noch aus der Hand geben.

Nur der Stallordnung wegen mussten Neel Jani und seine zwei Teamkollegen den Sieg noch aus der Hand geben.

(Bild: Keystone)

Neel Jani hat aufregende Tage hinter sich. Die letzte Woche verbrachte er in den USA, der Heimat seiner Frau Lauren. Der Seeländer besuchte deren Familie und Freunde, musste aber bald einmal vor Wirbelsturm Irma fliehen, der auch in den Staaten wütete. Ausserplanmässig fuhr Jani Richtung Norden und registrierte die Furcht der Einheimischen vor dem Hurrikan.

An den meisten Tankstellen hätten die Zapfsäulen nichts mehr hergegeben, in vielen Supermärkten seien keine Wasserflaschen mehr erhältlich gewesen, «weil sich die Leute aufs Evakuierungsprozedere vorbereiteten», wie der 33-Jährige berichtet.

Letztlich aber kam Jani unversehrt in Austin (Texas) an, wo am Samstag das viertletzte Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft stattfand. Mit seinen Porsche-Teamkollegen André Lotterer und Nick Tandy dominierte er während der sechs Rennstunden, fuhr die schnellste Runde und führte mit 15 Sekunden Vorsprung.

Doch am Ende musste das Trio wie bereits im Juli am Nürburgring die WM-Leader (Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley) kampflos vorbeiziehen lassen – die (nicht überall gern gesehene) Stallorder von Porsche sah es so vor. Der Waadtländer Sébastien Buemi erreichte im Toyota Rang 3.

Für Jani, der nach dem Ausfall im 24-Stunden-Klassiker von Le Mans keine Titelchancen in der Einzelwertung mehr hat, geht es «nur» noch um den Gewinn der Konstrukteure-Wertung – die Chancen hierfür stehen gut. Wegen des Ausstiegs von Porsche wird der einstige Formel-1-Testfahrer kommende Saison die Formel-E-Meisterschaft bestreiten, er hat einen Einjahresvertrag beim Privatteam Faraday Future Dragon unterzeichnet.

Berner Zeitung

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