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Blitzstart verhilft Tom Lüthi zum Sieg

Tom Lüthi hat in Brünn den Grand Prix von Tschechien gewonnen. Für den Berner war es der erste Sieg in der laufenden Saison. Das ­Rennen führte nach einem ­Abbruch wegen Regen nach dem Neustart nur noch über 6 Runden.

Unverhofft durfte Tom Lüthi in Tschechien einen Sieg bejubeln.
Unverhofft durfte Tom Lüthi in Tschechien einen Sieg bejubeln.
Keystone

Eigentlich sprach alles gegen ihn. Doch am Ende strahlte Tom Lüthi als Sieger des Grand Prix von Tschechien zuoberst vom Podest. In allen Trainings kämpfte der 30-jährige Emmentaler mit Gripproblemen und startete als Elfter nur aus der vierten Reihe ins ­Rennen. Dieses wurde nach 8 von 20 Runden wegen Regen ab­gebrochen, Lüthi hatte sich auf Rang 7 verbessert. Mit einem Blitzstart setzte er sich im zweiten Rennen, das nur noch über 6 Runden führte, schon vor der ­ersten Kurve an die Spitze.

«Das war der Schlüssel­moment zum Sieg», erklärte ein überglücklicher Lüthi, der als einziger Fahrer neben Alex Márquez «angefahrene Reifen benutzte, was sicher auch nicht schlecht war». Lüthi gewann das Sprintrennen mit 4,991 Sekunden Vorsprung auf den Spanier Alex Márquez, den Bruder des Moto-GP-Stars Marc Márquez.

Als wichtiger Faktor erwies sich auch das Warm-up-Training, das ebenfalls bei nassen Bedingungen ausgetragen wurde. «Da hatte ich während einer Runde im Regen ein sehr gutes Gefühl. Und auch im zweiten Rennen fand ich sofort einen guten Rhythmus.»

In der Gesamtwertung halbierte Lüthi mit seinem 15. GP-Sieg den Rückstand auf Franco Morbidelli, der nur Achter wurde. Der Italiener führt nach 10 von 18 Rennen noch mit 17 Zählern Vorsprung (182:165). Letztmals siegte Lüthi in Brünn 2005 in seinem Weltmeisterjahr in der 125er-Kategorie. Vor einem Jahr musste er nach einem heftigen Sturz im Qualifying und einer Nacht im Spital auf den GP von Tschechien verzichten.

Lüthis Pläne mit KTM

Zeit für eine Siegesfeier hatte ­Lüthi nicht. Er flog noch am Sonntagabend zurück in die Schweiz. «Nix Party, einfach ­seriös weiterarbeiten», erklärte Lüthi, «in einer Woche findet ­bereits das nächste Rennen in Spielberg statt.»

Am Rande des Grand Prix wurde Lüthi immer wieder mit KTM in Verbindung gebracht. Der Vertrag für die kommende Moto-2-Saison sei bereits unterschrieben. Lüthis Manager Daniel M. Epp erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA: «Gar nichts ist unterschrieben. Wir haben mindestens drei Optionen: bei Kalex zu bleiben oder eines der zwei Angebote von KTM oder Speed Up anzunehmen.»

Für KTM würde sprechen, dass Lüthi 2019 seine Moto-GP-Träume verwirklichen könnte: Der ­österreichische Hersteller ist mit Bradley Smith und Pol Espargaro (beide haben für 2018 noch einen gültigen Vertrag) bereits in der Königsklasse vertreten und überlegt sich, ab 2019 ein Satelliten-team auszurüsten. Epp: «Bis ­Mitte September sollte alles ­entschieden sein.»

Nur Frust für Aegerter

Ein Wochenende zum Vergessen erlebte Dominique Aegerter. Am Samstag wurde der 26-jährige Oberaargauer im Qualifying von Simone Corsi abgeschossen und klassierte sich nur im 21. Rang. Nach dem Start ins Rennen brach der Schalthebel. An den Boxen verlor er zu viel Zeit, um für den Neustart zugelassen zu werden.

«Alles ist einfach verdammt ärgerlich. Auf dem Sachsenring vor einem Monat war es ein defektes Kabel, hier ein gebrochener Schalthebel – ich weiss wirklich nicht, warum mich das Materialpech so verfolgt.» In der Gesamtwertung verlor der 26-jährige Oberaargauer zwei Ränge und ist jetzt noch Elfter. Jesko Raffin, der dritte Moto-2-Schweizer, kam nicht über Rang 29 hinaus.

Absage von Dynavolt

Einen weiteren Dämpfer hatte Aegerter bereits am Samstag ­erhalten. Das Dynavolt-Team machte Nägel mit Köpfen und erteilte dem Schweizer eine Absage für 2018. Der 20-jährige Xavi Vierge wird 2018 im deutschen Rennstall Sandro Cortese ersetzen. Für den Spanier, der 2016 in der Moto-2-Klasse «Rookie of the Year» geworden ist, sprachen am Schluss «seine Jugend und die Perspektiven», wie Teamteil­haber Stefan Keckeisen erklärte. Froh über den Entscheid ist Aegerters aktueller Teamchef Stefan Kiefer: «Wir setzen alles daran, dass Domi auch 2018 für uns fahren wird.»

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