Ein Signal an die Fahrer

Giedo van der Garde hat anderen Piloten gezeigt, dass sie sich auch in der Formel 1 nicht alles bieten lassen müssen.

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Das wird Monisha Kaltenborn und ihrem Team so schnell nicht wieder passieren. Der Streit mit Giedo van der Garde dürfte tiefe Spuren beim Sauber-Rennstall und seiner Chefin hinterlassen, die sich in der letzten Woche vieles hat anhören müssen. Ausgerechnet sie als Juristin hatte diese rechtliche Sünde begangen: Drei oder gar vier Fahrer – sollte das auch bei Adrian Sutil der Fall sein – verfügten gleichzeitig über einen Vertrag für einen Stammplatz in einem der zwei Cockpits der Sauber C34.

Als van der Garde dann kurz vor dem ersten Grand Prix der Saison in Melbourne ankündigte, sich seinen Platz vor Gericht erkämpfen zu wollen, gab sich Kaltenborn noch gelassen. Sie war sich sicher, recht zu bekommen oder zumindest aussergerichtlich eine Einigung zu erzielen, bevor die Situation eskaliert. Schliesslich wird in der Formel 1 oft gedroht, selten folgt aber auch eine Tat. Irgendwie wird man sich schon einigen können – Verträge, die gebrochen werden, sind in dieser Welt keine Seltenheit. In diesem Fall führte der Weg vor Gericht.

Applaus für das Bauernopfer

Die Gründe für sein vehementes Vorgehen kennt nur van der Garde selber. Gut möglich, dass er sich schlicht nicht bieten lassen wollte, ausgebootet zu werden, obwohl er über einen gültigen Vertrag verfügt. Nur weil mit Felipe Nasr und Marcus Ericsson zwei Fahrer noch mehr Geld mitbrachten. Von manchen Piloten bekam er dafür Applaus. Auch Rennställe müssen sich an das Recht halten, und es kann mit Fahrern nicht umgesprungen werden, wie es den Teams beliebt, so sein Signal.

Van der Garde wurde zu einem Bauernopfer. Der 29-Jährige wird nach diesem Rechtsstreit kaum mehr bei einem Team unterkommen. Dafür hat er anderen Fahrern gezeigt, dass sie sich auch in der Formel 1 nicht alles bieten lassen müssen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.03.2015, 23:04 Uhr

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