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Leichte Vorteile für Brasilien im Knüller gegen Holland

Im ersten Viertelfinal um 16.00 Uhr stehen sich in Port Elizabeth in einem Knüller Holland und Brasilien gegenüber.

Carlos Dunga, der Coach der 'Seleção', hat mit dem heutigen Kontrahenten gute Erfahrungen gemacht. Er trifft bereits zum dritten Mal an einer WM auf Holland. Die zwei bisherigen Duelle in den Neunziger-Jahren, als er noch Spieler gewesen war, gingen zu seinen Gunsten aus. Und beide Male führte sein Weg anschliessend in den Final. 1994 in Dallas war Holland Brasiliens Viertelfinal-Hürde auf dem Durchmarsch zum vierten Titel (3:2).

1998 im Halbfinal von Marseille setzten sich die Südamerikaner im Penaltyschiessen durch. Dunga gehörte zu jenen, welche vom Elfmeter-Punkt aus die Nerven bewahrt hatten. Philip Cocu hingegen nicht. Er verschoss. Cocu ist aktuell Trainer-Assistent bei den Holländern.

Heute will Dunga von der Trainerbank aus den dritten Streich folgen lassen. Sein Team ist leicht zu favorisieren. Trotz eines souveränen Parcours muss sich Dunga jedoch Kritik erwehren. Seine Philosophie, in erster Linie auf Disziplin, Ordnung und Effizienz Wert zu legen anstatt auf 'jogo bonito', kommt bei einigen Fussball-Gourmets am Zuckerhut schlecht an. Der grosse Pele meinte enttäuscht zu dieser Sicherheitspolitik: "Die Mannschaft ist eher auf Konter eingestellt. Die Dominanz und der Wille, immer über den Gegner zu herrschen und den Ball zu besitzen, sind nicht vorhanden."

Dunga, der in seiner Heimat wegen seines unspektakulären Stils 'der Deutsche' genannt wird, vertraut auf Spieler, die sich nicht nur der Kunst verschrieben haben. Er kann auf eine starke Achse bauen mit dem sicheren Goalie Julio Cesar, dem kompromisslosen Abwehrchef Lucio, dem umsichtigen Regisseur Kaka sowie dem kaltblütigen Vollstrecker Luis Fabiano. Verzichten muss er vorderhand auf den verletzten Elano. Ramires ist gesperrt.

Bei den Holländern ist ebenfalls Unruhe heraufbeschworen worden - obwohl sie ihre vier bisherigen Partien allesamt gewonnen haben. Stürmer Robin van Persie probte beim 2:1-Achtelfinalerfolg gegen die Slowakei den Aufstand, in dem er gemäss Lippenlesern den Unmut über seine Auswechslung geäussert hatte. Er soll zu Bondscoach Bert van Marwijk gesagt haben: "Nimm nicht mich raus, sondern Wesley Sneijder." Nach diesem Vorfall wurde eine Teamsitzung einberufen. Die Sache soll inzwischen aber ausdiskutiert sein. Nur: Wie die Vergangenheit gelehrt hat, sind Hahnenkämpfe bei den Holländern nichts Neues.

In der Offensiv-Abteilung von 'Oranje' ist ein regelrechtes Gerangel entstanden. Van Marwijk hat vier Plätze zu vergeben im 4-2-3-1-System, doch ihm stehen mindestens fünf Hochkaräter zur Verfügung. Einer aus den 'Big Five' -- Van Persie, Sneijder, Dirk Kuyt, Rafael van der Vaart oder Arjen Robben -- wird gegen Brasilien zu Beginn zum Zuschauen verdammt sein. Seit Robbens brillantem Comeback hat sich diese Problematik verschärft. Vermutlich muss der zuletzt unter Wadenproblemen leidende Van der Vaart in den sauren Apfel beissen.

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