Zurück in die Zukunft

Am 16. Juni findet in Bern mit dem Citius-Meeting erstmals seit 29 Jahren wieder ein internationaler Wettkampf statt. Der Anlass soll der Anfang einer langen Geschichte sein.

Startklar: Die Meetingorganisatoren (v. l.) Bas de Graaf, Matyas Kobrehel, Raphael Clemencio mit Aushängeschild Mujinga Kambundji.

(Bild: Raphael Moser)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Es ist eine Vision – ihre Vision. «Irgendwann», sagt Matyas Kobrehel, «möchten wir an den Punkt gelangen, an dem wir mit einem Millionenbudget arbeiten können.»

Kobrehel ist 21 Jahre alt, und er sorgt mit fünf Kollegen dafür, dass Bern nach fast drei Jahrzehnten Unterbruch wieder einen internationalen Leichtathletik-Wettkampf beheimaten wird. Am 16. Juni findet zwischen Stade de Suisse und Wankdorfhalle das ­Citius-Meeting statt.

Als 1989 im Neufeldstadion das letzte Arenameeting durchgeführt wurde, dabei Grössen wie der heutige Weltverbandspräsident Sebastian Coe und Weitsprung-Weltrekordhalter Mike Powell antraten, war noch keiner der Organisatoren geboren.

Doch sie haben davon gehört, und es ist ihr Antrieb, daran anzuknüpfen. Denn gegenwärtig schlägt das Leichtathletikherz hierzulande in Lausanne und Zürich mit den Diamond-League-Meetings sowie in Luzern und Bellinzona mit kleineren, aber ebenfalls hochstehenden Wettkämpfen von internationalem Format.

«Wir wollen keinen Schnellschuss, wir wollen langsam wachsen.Bas de Graaf

«Für uns gehört ein grosses Meeting aber in die Hauptstadt», sagt Kobrehel. «Unser Ziel ist es, dass die Athleten wissen, dass sie in Bern gute Bedingungen vorfinden, in einem guten Feld antreten können und die Zuschauer nahe dran sind.»

Schwierige Finanzierung

Das Citius-Meeting beginnt am 16. Juni nachmittags mit einem nationalen Programm, ehe sich ab 20 Uhr Schweizer Topathleten mit internationaler Konkurrenz messen werden.

Die Aushängeschilder Mujinga Kambundji, Kariem Hussein und Lea Sprunger stehen bereits als Teilnehmer fest. «Ich bin sehr gespannt und freue mich auf dieses Meeting», sagte Kambundji am Montag anlässlich des Medientreffens in Bern.

Wobei sich die Frage stellt: Hat es hierzulande noch Platz für ein weiteres Meeting, respektive kann dieses finanziert werden? Kobrehel verhehlt nicht, dass ihm die Finanzierung Kopfzerbrechen bereitet hat. 150 Betriebe schrieben die Citius-Organisatoren an, und sie erhielten reihenweise Absagen.

Es ist noch nicht lange her, da hat der Co-Präsident deshalb gezweifelt, ob es gut kommen würde mit der Premiere. Mittlerweile aber ist das Budget von 150'000 Franken fast gedeckt. Knapp 1500 Tickets wurden zudem bereits abgesetzt.

Auch wenn die Aufmerksamkeit der Organisatoren, die alle ehrenamtlich arbeiten, ganz der Premiere gilt, ist klar, dass das diesjährige Citius-Meeting der Anfang einer langen Geschichte sein soll. «Wir wollen keinen Schnellschuss, wir wollen langsam wachsen», sagt Bas de Graaf, der für das Sponsoring und juristische Belange zuständig ist.

In 5 Jahren wird im Leichtathletikstadion Wankdorf die Rundbahn renoviert. «Es wäre schön, wenn wir dannzumal besser dastehen und bei den Bauarbeiten mitreden könnten», hält Kobrehel fest. Auch das ist eine ihrer Visionen.

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