Wichtige Erkenntnis für Kambundji

Den Medaillengewinn an der Hallen-EM in Belgrad hat Mujinga Kambundji verpasst. Die Verfassung lässt die 24-jährige Könizerin jedoch auf einen erfolgreichen Sommer hoffen.

Hohes Tempo: Mujinga Kambundji ist in Form.

Hohes Tempo: Mujinga Kambundji ist in Form. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Weder enttäuscht noch zufrieden. Oder enttäuscht und trotzdem irgendwie zufrieden? Mujinga Kambundji fällt es schwer, ihren Gemütszustand in Worte zu fassen. «Wäre mir im Januar angeboten worden, an der Hallen-EM in 7,16 Sekunden Vierte zu werden, hätte ich sofort unterschrieben», resümiert die Könizerin. Sogleich ergänzend, dass im 60-Meter-Final vom Sonntag in Belgrad mehr möglich gewesen wäre. «Der Start war schlecht, der Lauf nicht wirklich gut.» Die suboptimalen Rahmenbedingungen liessen sich ebenfalls erwähnen.

Begonnen hat die Geschichte im Dezember. Kambundji verspürte leichte Schmerzen im rechten Fuss, schleichend wurden diese stärker. Es handelte sich um eine Entzündung der an der Fusssohle verlaufenden Plantarsehne. Worauf die Sprinterin und ihr Trainer Valerij Bauer im Februar entschieden, das Startbein zu wechseln, den kräftigen Impuls nach dem Startschuss mit dem linken Fuss zu geben. Versteht sich von selbst, dass ein solcher Wechsel einschneidend ist, die Abläufe zuerst wieder automatisiert werden müssen.

Startblöcke aus Indien

An der Hallen-EM kam die Bernerin wider Erwarten gut in die Gänge, als wäre nichts gewesen. Wider Erwarten schlecht funktionierten die Zeitmessungsanlagen, insbesondere die offenbar in Indien produzierten Startblöcke. Mehrfach wurden Fehlstarts signalisiert, die gemäss Computer zu früh herausgeschossenen Athleten jedoch nicht disqualifiziert, weil sich bei der Analyse der Fernsehbilder kein Fehlverhalten registrieren liess.

Im 60-Meter-Final erhielt Kambundji wegen vermeintlicher Fehlstarts die Gelbe Karte. Sie glaube nicht, dass sie deshalb irritiert gewesen, der missratene zweite Versuch auf den Zwischenfall zurückzuführen sei, erwidert sie auf die entsprechende Frage. «Aber es ist nach einem Fehlstart generell schwierig, die Konzentration innert Kürze wieder aufzubauen.»

Wer die positive Erkenntnis sucht, landet beim Renntempo. Die Könizerin war zum Ende der Hallensaison schnell wie lange nicht mehr, mit gutem Start wäre sie im Minimum an den persön­lichen Bestwert (7,11) herangekommen. Wichtig ist dieser Fakt vornehmlich fürs Gemüt, war doch im vergangenen Sommer der Peak ausgeblieben. Kambundji gewann an der EM in Amsterdam zwar ihre erste Medaille an internationalen Titelkämpfen, erreichte jedoch keine absoluten Spitzenwerte.

Änderung in Mannheim

Was die bevorstehende WM-Saison anbelangt, ist eine geringfügige Verlagerung der Trainingsschwerpunkte Richtung 200-Meter-Strecke geplant. Selbiges hat Kambundjis schneller gewordene Mannheimer Trainings- und WG-Kollegin Alexandra Burghardt im Sinn – mit 1,81 Metern Körpergrösse scheint die Sechste des 60-Meter-Finals von Belgrad für die halbe Bahnrunde wie geschaffen. Trainer Valerij Bauer, bis anhin als 100-Meter-Spezialist bekannt, ist mit dem Vorhaben einverstanden. «Wir mussten ihn nicht einmal überreden», hält die Bernerin schmunzelnd fest. Ziel der Massnahme ist: Im Spätsommer zufrieden zurückschauen können. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.03.2017, 08:16 Uhr

Artikel zum Thema

Drei gewinnt

Leichtathletik Erstmals überhaupt haben Mujinga, Muswama und Ditaji Kambundji gemeinsam ein Rennen bestritten. Die drei Schwestern aus Köniz entschieden am Hallenmeeting in Magglingen ihre jeweilige Serie zu ihren Gunsten. Mehr...

Thompson knapp, Harrison zum Sechsten

Mujinga Kambundji bleibt in einem Weltklassefeld über 200 Meter das Nachsehen, Rénaud Lavillenies Olympia-Revanche glückt nur halbwegs – ein Überblick zu Weltklasse Zürich. Mehr...

Abo

Die ganze Region. Im Digital-Light Abo.

Die BZ Berner Zeitung digital im Web oder auf dem Smartphone nutzen. Für nur CHF 17.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

History Reloaded Die Schweiz, ein Land der Streiks

Beruf + Berufung Die Angst des Rebellen

Service

Schnelle Info für zwischendurch

Lesen Sie die Nachrichten aus der Region in Echtzeit.

Die Welt in Bildern

Kein Ball aber viel Rauch: Der Fussballer Tyler Roberts von Wales steht beim Spiel gegen Dänemark in Cardiff im Dunstkreis von einer Fan-Fackel. (17. November 2018)
(Bild: Matthew Childs) Mehr...