Vom Leicht- zum Bronzefuss

Lange war da nur Talent, dann kam auch der Fleiss hinzu: Alex Wilsons Medaille ist die Folge eines neuen Trainingslebens.

Es ist eine Rarität, was Alex Wilson mit seinem Coup gelungen ist: Der 27-Jährige ist erst der dritte Schweizer nach Philippe Clerc und Peter ­Muster, der im Sprint eine EM-Medaille gewinnen konnte. Clerc war 1969 über 200 m in handgestoppten 20,6 Europameister geworden, Muster hatte 1978 in 20,64 Bronze geholt. Ihre Bedingungen waren damals andere, gleich geblieben sind die Distanz und die Voraussetzungen: Talent und Fleiss.

Wilson im Interview nach seinem Bronze-Lauf

Letzteren hat Wilson lange vermissen lassen und den Leichtfuss gegeben. Talent brachte er aus Jamaica mit, das nach seiner Ankunft in der Schweiz 2006 bald auch gefördert wurde. Richtig auf Touren gekommen ist der Basler aber erst, seit er in straffen Strukturen lebt und trainiert. Wegweisend für den jetzigen Erfolg war sein Entscheid, sich einer Trainingsgruppe in England anzuschliessen. Wilson hatte 2016 die Olympiaqualifikation für Rio verpasst, er wusste, wenn er seine Karriere noch weiterführen wollte, musste er sie neu lancieren.

Die neugewonnene Disziplin

Das hat Wilson getan. Für die Kosten kommt er weitestgehend auf und lebt seit zwei Jahren nun mit der Konsequenz eines Profisportlers. Nicht gern, aber erfolgreich. Die Disziplin, die ihm seine Trainer abverlangen, auf der Bahn, im Kraftraum, bei der Ernährung, hat vor allem über 200 m neue Qualitäten freigelegt. Die Motivation dazu bezieht er seit Februar auch aus seiner zweiten Rolle: die des Vaters.

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