Kambundji strahlt im Regen

An der WM in London hinterlässt Mujinga Kambundji im 100-Meter-Vorlauf einen hervorragenden Eindruck. So habe sie sich das vorgestellt, hält die Könizerin nach ihrer 11,14 Sekunden langen Darbietung fest.

Mujinga Kambundji hat sich an der WM in London für die Halbfinals qualifiziert.

Mujinga Kambundji hat sich an der WM in London für die Halbfinals qualifiziert.

(Bild: Keystone)

Gesucht wird die schnellste Frau der Welt. Elaine Thompson, die 100-Meter-Olympiasiegerin von Rio de Janeiro, lässt es im WM-Vorlauf ruhig angehen, die Herausforderinnen Tori Bowie und Dafne Schippers gehen im bereits am Mittag ausgezeichnet besetzten Londoner Olympiastadion ebenfalls nicht ans Limit.

Die schnellste Frau der Schweiz reiht sich als Neunte ein, qualifiziert sich in 11,14 Sekunden souverän für die Halbfinals. «Ich musste nicht alles auspacken», sagt Mujinga Kambundji, nachdem sie in ihrer Serie hinter in der überraschenden Brasilianerin Rosangela Santos Zweite geworden ist. Gelaufen wurde bei leichtem Regen, was im Fall der Bernerin kein Nachteil ist.

Kambundji konnte Kräfte sparen

Die Könizerin war noch ein Teenager, als ihr Mentor Jacques Cordey erstmals konstatierte, die Athletin sei «wetterfest». An der Schweizer Meisterschaft von Mitte Juli in Zürich liess sich die 25-Jährige bei kräftigem Niederschlag die dritt- und die viertbeste 100-Meter-Zeit in ihrer Karriere notieren.

Worauf der aktueller Trainer Valeri Bauer resümierte, «unter der Dusche» habe ihn Kambundji extrem beeindruckt. Die Gepriesene hält nach ihrem ersten Einsatz an der WM in London fest, ungefähr so habe sie sich den Vorlauf vorgestellt. «Der Start war besser als zuletzt, aber noch nicht so gut wie im Training.»

Und: «Ich bin gut in das Turnier hinein gekommen, habe etwas Kraft gespart». Was als Ansage verstanden werden darf, ist sie doch nicht nur robust, sondern auch für die Gabe bekannt, sich an Grossanlässen von Runde zu Runde steigern zu können

Am Sonntag um 20.19 Uhr trifft Kambundji im Halbfinal unter anderem auf Favoritin Thompson und erneut auf Santos. Von der Jamaikanerin abgesehen, hat keine Konkurrentin einen Bestwert unter 11 Sekunden vorzuweisen; die zwei Schnellsten pro Serie erreichen in jedem Fall den Final. Hoffen ist erlaubt – auch wenn für einmal kein Regen prognostiziert wird.

Berner Zeitung

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