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Kambundji schafft mit ihrer Klasse die Premiere

Als erste Schweizer Sprinterin steht die Bernerin am Mittwoch in einem WM-Final – über 200 m.

200 Meter, Frauen Mujinga Kambundji gewinnt sensationell die Bronzemedaille. Es ist die achte WM-Medaille für die Schweiz, erst die zweite für eine Frau nach Anita Weyermann, die 1997 über 1500 m Bronze holte.
200 Meter, Frauen Mujinga Kambundji gewinnt sensationell die Bronzemedaille. Es ist die achte WM-Medaille für die Schweiz, erst die zweite für eine Frau nach Anita Weyermann, die 1997 über 1500 m Bronze holte.
Keystone
400 Meter Hürden, Frauen Lea Sprunger verbessert ihre Saisonbestleistung vom Vorlauf noch einmal und zieht in 54,52 Sekunden in den Final ein.
400 Meter Hürden, Frauen Lea Sprunger verbessert ihre Saisonbestleistung vom Vorlauf noch einmal und zieht in 54,52 Sekunden in den Final ein.
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800 m, Frauen Auch die zweite Schweizerin, Lore Hoffmann, kam nicht über die Vorläufe hinaus. Sie wurde Vierte.
800 m, Frauen Auch die zweite Schweizerin, Lore Hoffmann, kam nicht über die Vorläufe hinaus. Sie wurde Vierte.
Keystone
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Nach einem harzigen WM-Start der Schweizer und Mujinga Kambundjis riesiger Enttäuschung im Halbfinal über 100 m nun doch wieder eine Sternstunde für Swiss Athletics: Die Bernerin qualifizierte sich in Doha als erste Flach-Sprinterin des Landes für einen WM-Final – Weltmeisterschaften werden seit 1983 ausgetragen. In 22,49 Sekunden über 200 m (+0,4 m/sec) wurde sie Zweite in ihrer Serie und war direkt im Endlauf – über Tausendstel gab es diesmal nichts zu diskutieren.

Die 27-Jährige sprach hernach gegenüber SRF strahlend von einer «hölle Freud», die sie habe, und dass sie schliesslich die ganze Saison auf dieses Ziel hingearbeitet habe. Wie Kambundji diesen Halbfinal absolvierte, war ein weiterer Klassebeweis. Auf der Aussenbahn 9 sehr gut gestartet, hatte sie erst bei Hälfte eine Konkurrentin leicht vor sich – zu der sie jedoch scheinbar mühelos wieder aufschliessen konnte. Kambundji kam richtiggehend ins Fliegen und erzielte ihre zweitbeste Zeit in diesem Jahr nach dem Rekord von 22,26 an den Meisterschaften in Basel.

Späte Hochform

Kambundji steht vor einem sehr versöhnlichen Abschluss einer langen und schwierig zu planenden Saison. Nach ihrem Trainerwechsel zu Steve Fuge in London vor knapp einem Jahr entsprachen ihre Leistungen lange nicht dem, was die Athletin empfand: Immer wieder betonte sie, alle Puzzleteile seien eigentlich da, nur gelinge es ihr nicht, diese zusammenzusetzen. Spät erst, im August, lief sie zur Hochform auf, sprintete zu 11,00 über 100 m bei leichtem Gegenwind, ein Lauf, der mindestens so wertvoll war wie ihr Rekord von 10,95 im letzten Jahr. Und: Endlich gelang es ihr auch, Lea Sprunger als Rekordhalterin über 200 m zu verdrängen.

Sie könne sich nicht erinnern, an grossen Titelkämpfen einmal Glück gehabt zu haben, sagte Kambundji am Dienstagabend auch noch. Tatsächlich haben sich bei ihr die 4. Plätze direkt neben dem Podest oder die 9. und 10. knapp hinter der letzten Finalteilnehmerin gehäuft. So ist EM-Bronze von 2016 über 100 m ihre einzige Auszeichnung auf diesem Niveau.

Offener Final

Für Kambundji, die seit Jahren das Gesicht der Schweizer Leichtathletik ist, schloss sich am Dienstag ein Kreis: Vor 10 Jahren bestritt sie eine U-18-WM in Brixen. Über 100 m verpasste sie als Neunte wegen zweier Hundertstel den Final, über 200 m lief sie auf der Aussenbahn in den Endlauf, wo sie Sechste wurde. Wo enden die Parallelen? Der Final vom Mittwoch (21.35 Uhr) scheint hinter der Britin Dina Asher-Smith sehr offen...

Wie sich ein WM-Final anfühlt, weiss Lea Sprunger als 5. von 2017 bestens. Sie blieb im Vorlauf über 400 m Hürden in 54,98 erstmals diese Saison unter 55 Sekunden – und will auch in den Final.

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