Kambundji: «Ich vertraue meinem Gefühl»

Mujinga Kambundji hat die WM-Limiten über 100 und 200 Meter längst unterboten. Im Gespräch erklärt die 25-jährige Könizerin, weshalb sie trotzdem nicht zufrieden ist.

Mujinga Kambundji gibt sich selbstkritisch.

Mujinga Kambundji gibt sich selbstkritisch.

(Bild: Keystone)

Ende Mai sprachen Sie vom Ziel, an den Julimeetings «richtig schnell» sein zu wollen. Sind Sie auf Kurs?
Mujinga Kambundji: Es wird immer besser, aber ich brauche schon noch ein paar Läufe.

Von einer Spitzenzeit scheinen Sie aber noch ein Stück entfernt zu sein.
Die 11,24 Sekunden von Zofingen waren für diese Saisonphase nicht schlecht. Über 200 Meter habe ich erst zwei Wettkämpfe bestritten. In Zofingen wurden wir verblasen (irregulärer Rückenwind/die Red.), die Leistung war ganz okay (22,87 Sekunden).

In welchem Bereich orten Sie Steigerungspotenzial?
Am Start habe ich Reserven; da bin ich noch nicht dort, wo ich sein möchte.

Sie sind als gute Starterin bekannt – warum klappt es nicht?
Valerij (Bauer, Kambundjis Trainer) glaubt, es liege am ersten Schritt. Ich muss diesen grösser und kräftiger machen, damit die Beschleunigungsphase weniger lange dauert. Hinten raus sind meine Läufe gut.

Das tönt relativ einfach . . .
. . . kann aber sehr schwierig sein, vor allem die Erklärung des Problems; es handelt sich um Nuancen. Ich vertraue meinem Gefühl. Ich glaube, ich brauche einen richtig guten Start, und dann wird es wieder zusammenpassen.

In Lausanne treten Sie über 200 Meter an, unter anderem gegen Staffelkollegin Sarah Atcho, die einen tieferen Saisonbestwert vorzuweisen hat als Sie. Ist das ein zusätzlicher Ansporn?
Zuerst einmal finde ich es super, dass es viel mehr schnelle Schweizerinnen gibt als vor ein paar Jahren. Das motiviert und hilft uns in der Staffel. Ich möchte in Lausanne primär ein gutes Rennen laufen. Die Zeit ist sekundär, aber unter 23 Sekunden muss sie schon sein. Zu Sarah: Natürlich ist es ein Ansporn. Ich will sie schlagen, das ist klar.

Apropos Staffel: Die wird in ­Lausanne ebenfalls gelaufen, und die Spitzenzeit fehlt noch.
Wir haben noch nie in Bestbesetzung laufen können. Zudem war es in Finnland (an der Team-EM) kalt – nicht nur kühl, sondern echt kalt; das mögen wir Sprinter nicht. Lausanne ist die einzige Chance, uns im Ranking für die WM zu verbessern. Im Moment sind wir auf Platz 16, das würde für die WM gerade noch reichen.

Berner Zeitung

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