Kambundji geht aufs Ganze

Mujinga Kambundji wechselt den Trainer. Nach vier Jahren bei Valerij Bauer in Mannheim wird die Könizerin künftig vom Holländer Henk Kraaijenhof betreut.

Im Vorzimmer zur Weltklasse angekommen: Mujinga Kambundji.

Im Vorzimmer zur Weltklasse angekommen: Mujinga Kambundji. Bild: Christian Pfander

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Noch fehlt der letzte Schritt. Im Vorzimmer zur Weltklasse ist Mujinga Kambundji längst angekommen, auf kontinentaler Ebene gehört die Sprinterin seit zwei Jahren zu den besten. Selten jedoch vermag die Bernerin ihr Potenzial auch abzurufen, letzten Sommer belief sich die Anzahl erstklassiger Darbietungen auf ein gutes halbes Dutzend.

Die Bernerin glaubt zu wissen, woran es liegt – und hat sich daher für einen Trainerwechsel entschieden. Vier Jahre nachdem sie von ihrem Könizer Mentor Jacques Cordey zu Valerij Bauer nach Mannheim dislozierte, zieht es die schnellste Schweizerin zu Henk Kraaijenhof nach Amsterdam. Wobei sie die technischen Einheiten blockweise zu absolvieren, in Holland anders als in Deutschland keinen zweiten Wohnsitz zu errichten gedenkt.

Hinter der Trennung von Bauer, unter dessen Obhut sie EM-Bronze gewann und ihre Bestwerte um 43 (100 Meter) sowie 82 (200) Hundertstel senkte, verbergen sich unterschiedliche Ansichten zur Trainingsgestaltung. Mehrfach versuchte Kambundji, ihre Vorstellungen einzubringen, Bauer zu vermitteln, dass sie die Anzahl der Läufe erhöhen und die 200-Meter-Strecke stärker gewichten möchte. Erhört wurde sie nur bedingt, vertraut doch der gebürtige Kirgise seinem selbst kreierten System. Wohl auch des Goldes wegen, das seine einstige Vorzeigeathletin Verena Sailer an der EM 2010 gewonnen hatte.

Kraaijenhof ist bereits 62-jährig, seine bedeutendsten Erfolge als Trainer liegen Jahrzehnte zurück. Der Holländer arbeitete unter anderem mit der Jamaikanerin Merlene Ottey zusammen, einer der erfolgreichsten Sprinterinnen in der Geschichte. Zuletzt wirkte er als Coach für Stressmanagement, für Kambundji kehrt er auf die Tartanbahn zurück. Die Bernerin weiss, dass der Wechsel mit Risiken verbunden ist; sie folgt ihrem Gefühl. «Ich hätte mich einer Gruppe anschliessen können, in diesem Fall aber das Gleiche gemacht wie die Schnellste in der Gruppe.» Bei Kraaijenhof hingegen wird das Training auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sein. (Berner Zeitung)

Erstellt: 24.11.2017, 09:41 Uhr

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