«Ich will den Rücktritt nicht planen»

Nicole Büchler wird im Herbst erstmals Mutter, verpasst deshalb die EM in Berlin. Die Stabhochspringerin aus Biel erklärt, weshalb Sie nach der Babypause zurückkehren will.

Will nach der Babypause weitermachen: Nicole Büchler.

Will nach der Babypause weitermachen: Nicole Büchler. Bild: Matthias Käser

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Gratulation! Wie geht es Ihnen?
Nicole Büchler: Eigentlich sehr gut, danke.

Sind Sie um die mühsamen ­Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft, wie die Übelkeit, herumgekommen?
Es gab fünf Wochen, in denen es mir gar nicht gut ging, es mir den ganzen Tag übel war. Aber das ist seit der zwölften Woche vorbei, seither fühle ich mich sehr gut.

Treiben Sie noch Sport?
Ja, so gut es geht. Ich kann immer noch sehr viel machen: Sprints, viel Krafttraining, etwas Ausdauertraining und Pilates.

Auch springen?
Vor elf Tagen habe ich es noch einmal probiert. Nur um zu schauen, ob es noch ginge, aus ganz kurzem Anlauf und nicht so hoch. Ich könnte nach wie vor springen. Aber mein ganzer Schwerpunkt hat sich verändert. Zudem habe ich nun weniger Kraft im Rumpf, und so kannst du nicht an dem arbeiten, was du gerne möchtest. Deshalb lasse ich das Techniktraining sein.

Auch, weil es ein Risiko ist?
In diesem Punkt will sich niemand auf Tests hinauslassen. Klar, wenn ein Sprung misslingt, du blöd landest, ist das nicht gut. Aber das passiert fast nie. Und du kannst das Risiko kalkulieren, weichere Stäbe nehmen.

Ihre Schwangerschaft hat viele Leute überrascht, zumal im ­August mit der Europameisterschaft in Berlin ein Highlight ­ansteht. Haben Sie den Babywunsch schon länger gehegt?
Es war für mich schon länger klar, dass ich sehr gerne eine Familie haben möchte. Aber es ist sehr schwer, als Sportlerin den richtigen Zeitpunkt dafür zu finden. Und ich werde nicht jünger, auch das musste ich berücksichtigen.

In Berlin hätten Sie Ihre Karriere krönen, womöglich mit einer Medaille vom Spitzensport ­zurücktreten können. War das für Sie keine Option?
Nein. Ich werde aufhören, wenn ich keinen Spass mehr am Stabhochsprung habe. Ich will den Rücktritt nicht planen. Und weil die Familiengründung nun etwas früher beginnt, habe ich mir gedacht: Eigentlich könnte ich ja versuchen, danach wieder zurückzukommen. Schaffe ich das und springe ich gut, wäre es fast blöd, würde ich nicht bis Olympia weitermachen.

Sie werden im Dezember 35 Jahre alt. Haben Sie das Gefühl, dass Sie sich nach der Babypause nochmals für den Spitzensport motivieren können?
Das werden wir sehen (lacht). Nun, da der Saisonstart bevorsteht, fällt mir der Gedanke ein wenig schwer, zuschauen zu müssen. Ich würde nach wie vor gerne springen, deshalb ist das für mich nun einfach ein Jahr Pause.

Sie erhoffen sich dadurch auch, Ihre anhaltenden Hüftprobleme, welche Sie seit längerem behindern, in den Griff zu ­bekommen.
Es geht mir bereits deutlich besser, ich spüre nicht mehr viel, obwohl ich noch nicht lange reduziert trainiere. Daher kann es gut sein, dass mir diese Pause guttut.

Weltrekordhalterin Jelena Isinbajewa hat Ihre Karriere nach der Geburt Ihres Kindes ebenfalls fortgesetzt, Sie wären also nicht die Erste . . .
. . . ja, und sie ist noch 4,90 Meter gesprungen.

Werden Sie die Russin um Tipps bitten?
Nein, weil ich keinen Kontakt zu ihr habe. Und ich denke, dass bei jeder Frau die Schwangerschaft anders verläuft. Ich versuche auf mich zu hören, alles zu tun, was ich will. Und wenn ich das Gefühl habe, dass mir etwas nicht guttut, tue ich das auch nicht.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.05.2018, 08:08 Uhr

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