Geballte Frauenpower im Rekordaufgebot

Gleich 34 Schweizer nehmen an der U-23-EM in Polen teil – doppelt so viele wie vor vier Jahren. Der Kanton Bern ist mit einem Quintett vertreten, die besten Aussichten hat Caroline Agnou.

Caroline Agnou gehört in Polen zu den Medaillenkandidatinnen.

Caroline Agnou gehört in Polen zu den Medaillenkandidatinnen. Bild: Marcel Bieri

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Der Aufschwung lässt sich auf ­allen Ebenen registrieren. 34 Leichtathleten umfasst die Delegation, welche die Schweiz an der heute beginnenden U-23-EM im polnischen Bydgoszcz vertritt – mehr als je zuvor. 2013 in Tam­pere war Swiss Athletics mit 17 Sportlern präsent, 2015 in Tallinn waren es 28.

In der Masse findet sich reichlich Klasse. Stabhochspringerin Angelica Moser und Siebenkämpferin Caroline Agnou liessen sich 2015 in Schweden als U-20-Europameisterinnen feiern. Die Zürcherin Moser, die im Herbst 20-jährig wird, hat einen Saisonbestwert von 4,60 Meter vorzuweisen, steht damit in der Meldeliste gemeinsam mit einer 21- und einer 22-Jährigen auf Position 1.

Die Bielerin ­Agnou, eben 21 geworden, befindet sich nach einer schwierigen Phase im Vorwärtsgang – ein Medaillengewinn liegt bei guten Darbietungen in Reichweite. Dies gilt auch für Sprinterin Sarah Atcho (22), sind doch über 200 Meter in dieser Alterskategorie nur drei Europäerinnen schneller gelaufen als die Lausannerin.

Das Berner Aufgebot

Bernerseits sind neben ­Agnou die Steeple-Spezialistin Barblin Remund (20), Sprinterin Muswama Kambundji (21) sowie die 400-Meter-Läufer Luca Flück (21) und Vincent Notz (20) nach Polen geflogen. Flück und Notz sind auch sonst oft gemeinsam unterwegs. Beide starten für den LC Kirchberg, beide werden vom ehemaligen Berner Langhürdler Daniel Ritter betreut.

Flück, der sich vor Jahresfrist überraschend für die EM in Amsterdam qualifizierte, strebt die Finalteilnahme an. Notz, der Sohn der einstigen Langstreckenläuferin Vera Notz-Umberg und des früheren 400-Meter-Spezialisten Bernhard Notz, ist in dieser Saison ein Leistungssprung geglückt; für ihn stellt bereits die EM-Qualifikation ein Erfolgserlebnis dar.

Die Männer sind nicht nur kantonal, sondern auch national in Unterzahl. Lediglich 13 der 34 EM-Teilnehmer sind männlichen Geschlechts. Wobei der aussichtsreichste Medaillenkandidat nicht antritt. Julien Wanders hat die WM in London als Saisonziel definiert, die Limite aber noch nicht erreicht. Liefe der Genfer in Polen, läge die Goldmedaille auf dem Serviertablett bereit. In der U-23-Bestenliste über 10'000 Meter beträgt die Differenz zum Zweitschnellsten 42 Sekunden. (mjs)

Erstellt: 12.07.2017, 22:05 Uhr

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