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Der Sport ist wieder im Vordergrund

Marathonspezialistin Martina Strähl hat nach einer krankheitsbedingten Pause wieder zu einer guten Form gefunden.

Wieder zuversichtlich: Martina Strähl hat eine schwierige Zeit hinter sich gebracht.
Wieder zuversichtlich: Martina Strähl hat eine schwierige Zeit hinter sich gebracht.
Marcel Bieri

Ende August trat bei der Langstreckenläuferin Martina Strähl der Sport in den Hintergrund. Die für den LV Langenthal startende Solothurnerin verlor wegen einer schweren Magenblutung mehr als die Hälfte ihres Blutes und musste notfallmässig hospitalisiert werden. Strähl wusste, dass sie wieder gesund werden würde. Aber nicht, wann und mit welcher Intensität sie die Rückkehr in den Leistungsbereich anstreben kann. Bis Mitte Oktober ging die 30-Jährige weder ihrer Arbeit als Heilpädagogin an der Oberstufe im solothurnischen Dorf Horriwil nach, noch absolvierte sie irgendein Training.

Dann begann der Wiederaufbau. «Zuerst bewegte ich mich ­locker auf dem Crosstrainer», sagt Strähl. Und sie ging im ­Berner Oberland wandern. Mit einer Kollegin, die als Pflegefachfrau über medizinische Kenntnisse verfügt, und deren Freundeskreis. Und die Marathonspezialistin war frustriert. «Ich konnte nicht mit den anderen mithalten, und das als Leistungssportlerin.» Der Frust ist längst der Freude gewichen. Strähl läuft unterdessen wieder und hat am 4. März gar eine persönliche Bestzeit über 10 Kilometer auf der Strasse aufgestellt. In Payerne legte sie die Distanz in 32:56 Minuten zurück.

Der Trainingsaufbau in den letzten Monaten hat sich als richtig erwiesen. Wobei Trainer Fritz Häni zum Teil bremsend auf die Athletin einwirken musste. «Ich wollte manchmal zu viel machen», sagt Strähl und schmunzelt. Die 30-Jährige absolvierte nur wenige Einheiten im Freien. Dies nicht nur wetterbedingt. Für einen gezielten Aufbau nach einer Wettkampfpause eignet sich das Laufbandtraining besser. «Auf dem Band kann ich genau die Belastung einstellen, die ich brauche», sagt Strähl.

Auch in Phasen ohne verletzungs- oder krankheitsbedingte Rückstände trainiert sie oft auf diese Art. «Franziska Rochat-Moser hat das früher auch so gemacht, auch von einem Kenenisa Bekele weiss man, dass er oft auf dem Laufband trainiert», sagt die Langstreckenläuferin. Im Sommer wird sie sich auch wieder vermehrt nach draussen begeben. Ihre Disziplin, der Marathon, wird schliesslich auf der Strasse ausgetragen.

Bei mehr als 90 Prozent

Über die 42,195 km wird Strähl aber erst im August bei der EM in Berlin wieder laufen. Auf einen Frühlingsmarathon verzichtet sie. Der Verband ist Strähl und auch Maja Neuenschwander, die 2017 zwei Marathons nicht beendete, bei den Selektionskriterien entgegengekommen. Die beiden Schweizer Spitzenläuferinnen müssen vor Berlin keinen Leistungsnachweis über die 42,195 km erbringen. Sie müssen stattdessen bei zwei Halbmarathons nachweisen, dass sie sich in guter Form befinden.

Neuenschwander ist dies am letzten Wochen­ende in Den Haag mit einer persönlichen Bestzeit von 1:10:46 bereits gelungen. Strähl startet am 24. März bei der Halbmarathon-EM in Valencia. «Eine Zeit im Bereich von 1:11 Stunden wäre toll», sagt sie. Ihre Bestmarke auf dieser Distanz liegt bei 1:11:59.

Mittlerweile sei sie wieder bei über 90 Prozent Leistungsvermögen angelangt, sagt Strähl. Zwei, drei Kilogramm an Gewicht will die schlanke Läuferin zulegen, um den Belastungen des Hochleistungssports noch besser standzuhalten. Martina Strähl ist auf dem Weg zurück zu alter Form. Die gesundheitlichen Probleme vom letzten Jahr sind überwunden. «Ich bin überzeugt davon, dass ich meine Bestleistungen weiter verbessern kann», sagt Strähl.

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