Der Letzigrund lädt zur WM-Revanche

Kariem Hussein und Fabienne Schlumpf haben beim Diamond-League-Final am Weltklasse Zürich etwas gutzumachen. Nicole Büchler steht bereits heute im Einsatz.

Endstation Vorlauf: Fabienne Schlumpf rannte in London am Ziel vorbei.

Endstation Vorlauf: Fabienne Schlumpf rannte in London am Ziel vorbei.

(Bild: Keystone)

Die Rechnerei erübrigt sich. Wer morgen bei Weltklasse Zürich gewinnt, ist Diamond-League-Sieger, dadurch um 50 000 Franken reicher. Der neue Modus wertet die Finalmeetings in Zürich und Brüssel auf, weil die Wettkämpfe bei null beginnen, der Anreiz für die Teilnehmenden grösser ist. Startberechtigt sind die zwölf (Distanzen über 800 Meter, Hochsprung, Stabhochsprung) respektive acht bestklassierten Athleten in den Gesamtwertungen. Wobei es über 200, 400 sowie 400 Meter Hürden Einschränkungen gibt, weil das Tartanoval im Letzigrundstadion nur über acht Bahnen verfügt und die Veranstalter berechtigt sind, ihrem Publikum im Hauptprogramm zumindest annähernd konkurrenzfähige Landsleute zu präsentieren. Über 100 Meter hingegen wird Landesrekordhalter Alex Wilson niemandem einen Platz wegnehmen – die Gerade ist mit neun Bahnen ausgestattet.

Schweizerseits haben sich die Bielerin Nicole Büchler (Platz 6 im Stabhochsprung), die Romande Léa Sprunger (Platz 7 über 400 Meter Hürden) und die Zürcherin Fabienne Schlumpf (Platz 10 über 3000 Meter Steeple) auf reguläre Weise für die Finals qualifiziert. Letztere hat morgen nach verunglücktem WM-Auftritt etwas gutzumachen, Büchler und Sprunger werden am 1. September in Brüssel um den Sieg kämpfen. In Zürich stehen die beiden bei Einladungswettkämpfen im Einsatz, welche die Organisatoren ihretwegen ins Programm aufgenommen haben. Büchler trifft im heutigen Prolog – gesprungen wird in der Zürcher Bahnhofshalle – auf die Medaillengewinnerinnen von London und U-23-Europameisterin Angelica Moser; SRF 2 überträgt ab 18.30 live. Sprunger sieht sich im Abschiedsrennen von Petra Fontanive mit der europäischen Spitze um Doppelweltmeisterin Zuzana Hejnova konfrontiert.

Taipeh statt Zürich

In London schied Selina Büchel im Halbfinal aus, in Zürich bietet sich der Toggenburgerin die Gelegenheit zur Revanche. Die Hürde jedoch ist hoch, Büchel nominell die schwächste Teilnehmerin. Präsentierte sich die 800-Meter-Spezialistin an der WM im Rahmen ihrer Möglichkeiten, blieb Ex-Europameister Kariem Hussein im Final deutlich hinter den Erwartungen zurück. An der Stätte seines grössten Erfolgs geht es für den Thurgauer darum, die für seine Verhältnisse missratene Saison mit einem versöhnlichen Auftritt abzuschliessen.

Mujinga Kambundji trifft über 200 Meter auf Weltmeisterin Dafne Schippers und Olympiasiegerin Elaine Thompson. Die Jamaikanerin litt in London am Norovirus, sprintete am 100-Meter-Podest vorbei. Unspektakulär droht das Schlussbouquet zu werden. Die Schweizer Sprintstaffel dürfte mit den Reservistinnen Samantha Dagry und Fanette Humair antreten, weil sich Ajla Del Ponte und Salomé Kora an der Universiade in Taipeh befinden. An der Athletissima hatten die beiden mit Kambundji und Sarah Atcho den Landesrekord deutlich unterboten. An der WM in London setzte das Quartett mit Rang 5 erneut ein Ausrufezeichen.

Berner Zeitung

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