Der Europameister von Zürich steht im WM-Final

Am Montag vermag Kariem Hussein sein tristes Sonntagsgesicht wegzuwischen. Am Mittwoch kämpft der Langhürdler um die Medaillen.

In schönem Stil schnell unterwegs auf direktem Weg in den Final: Kariem Hussein.

In schönem Stil schnell unterwegs auf direktem Weg in den Final: Kariem Hussein.

(Bild: Maurizio Derin)

Kariem Hussein beschert Swiss Athletics in London den zweiten Finalplatz. Dem Europameister von Zürich ist es gelungen, seinen desolaten Auftritt im sonntäg­lichen Vorlauf wegzustecken. Er reiht sich in seiner Halbfinalserie hinter dem Amerikaner ­T. J. Holmes als Zweiter ein, qualifiziert sich direkt für das am Mittwoch um 22.33 Uhr anstehende Gipfeltreffen der 400-Meter-Hürden-Spezialisten.

Von einer wundersamen Verwandlung über Nacht zu schreiben, wäre trotz gegensätzlicher Bilder vermessen. Hussein, welcher sich auf den letzten Metern wegen eines Stolperers des Franzosen Mamadou Kasse Hann eine leichte Temporeduktion erlauben konnte, wurde in 49,13 Sekunden gestoppt. Holmes war lediglich um ein Hundertstel schneller; es handelte sich um den langsamsten der drei Halbfinals. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren in Peking war Hussein am WM-Final vorbeigelaufen, obwohl er das Oval mit den zehn Hindernissen in 48,59 Sekunden zurückgelegt hatte.

«Mal gibt es gute Tage, mal schlechte»

Für den Thurgauer stellt die Finalteilnahme auf globaler Ebene ein Novum dar. Bereits im Mai liess der 28-Jährige verlauten, sein Aufbau sei gänzlich auf die Titelkämpfe in London ausgerichtet. Noch hat er kein richtig schnelles Rennen absolviert, der Anfang Juli in Lausanne realisierte Bestwert liegt bei 48,79. Zu erklären vermag der angehende Arzt weder seinen Aussetzer im Vorlauf noch die Reaktion im Halbfinal. «Mal gibt es gute Tage, mal schlechte», hält er achselzuckend fest. Möglich geworden ist der Finaleinzug dank einer Steigerung auf der zweiten Streckenhälfte, über den letzten zwei Hürden hinterliess er gar einen bestechenden Eindruck. Will er im Final mehr als eine Nebenrolle spielen, muss er die erwähnte Athletissima-Marke jedoch deutlich unterbieten.

Berner Zeitung

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