Der Blick geht nach vorn

Rubigen/Bern

Maja Neuenschwander sieht nach der Aufgabe beim London-Marathon dem Heimrennen positiv entgegen.

Marathonrekordhalterin Maja Neuenschwander über London, Essen nach dem Lauf und den gescheiterten Rekordversuch.

Für Maja Neuenschwander en­dete der London-Marathon vor drei Wochen mit einer grossen Enttäuschung. Rückenschmerzen zwangen die Bernerin zur Aufgabe. Die Ärzte vermuteten eine Reizung des Ischiasnervs. Das Negativerlebnis hat die 37-Jährige abgehakt. «Gesundheitlich ist wieder alles im grünen Bereich, ich blicke nach vorne», sagt sie. Am Grand Prix von Bern will Neuenschwander wieder ein positives Laufgefühl verspüren.

Sie befindet sich dabei in einer anderen Ausgangslage als ihre Konkurrentinnen um den Tagessieg im 10-Meilen-Rennen. Diese haben sich seit längerem darauf eingestellt, in Bern um die Spitzenplätze zu kämpfen. Für Neuenschwander hingegen stand bis vor kurzem London im Vordergrund. «Dies ist mental etwas schwierig», sagt die Bernerin. «Aber vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass ich aus einer solchen Situation heraus in das Rennen steige.»

Fünf Läuferinnen werden wohl um den Sieg kämpfen. Neben Neuenschwander sind dies die für den LV Langenthal startende Solothurnerin Martina Strähl, Viktoria Pogorielska (UKR), Lisa Hahner (GER) und Helen Bekele (ETH). Für Strähl stellt der GP eine wichtige Standortbestimmung im Hinblick auf den WM-Marathon in London am 6. August dar. Gewinnt eine Schweizerin, wäre es der erste Erfolg einer Einheimischen seit dem Sieg von Franziska Rochat-Moser im Jahr 1998.

Zwei Startblöcke mehr

Bei den Männern ist der Marathonweltmeister und Vorjahressieger Ghirmay Ghebreslassie (ERI) der grosse Favorit. Herausgefordert wird er von seinem in der Schweiz lebenden Landsmann Simon Tesfay und vom Kenianer Sylvester Kipchirchir. Aus Schweizer Sicht interessiert das Abschneiden von Adrian Lehmann. Der Oberaargauer bestreitet nach einer verletzungsbedingten Pause im Winter erst im Herbst wieder einen Marathon.

Im Altstadt-GP (4,7 km) ist ­Delia Sclabas die Favoritin. Unter den Konkurrentinnen figuriert auch die 41-jährige Mirja Jenni (TV Länggasse Bern). Bei den Männern sind Andreas Kempf (TSV Düdingen) und der Triathlet Florin Salvisberg die ersten Siegesanwärter.

Mit 33 618 Anmeldungen wurde die Bestmarke aus dem Vorjahr (32 355) in diesem Jahr deutlich übertroffen. Ein Problem stellt die immer grössere Zahl an Läufern noch nicht dar. «Bis 35'000 geht das ganz gut», sagt Rennleiter Michael Schild. Beim 10-Meilen-Rennen gibt es zwei Startblöcke mehr als 2016. Die Letzten werden um 16.56 Uhr das Rennen aufnehmen, etwa zehn Minuten nachdem der Sieger das Ziel erreicht haben wird.

rpb

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