«Das hat die Jungs wohl irritiert»

Am Auffahrtsmeeting in Langenthal tritt Selina Büchel zum Saisonauftakt über 1000 Meter gegen Männer an, derweil Lea Sprunger allein auf weiter Flur rennt.

Selina Büchel tritt vor allem gegen Männer an – weil sie im Frauenfeld kaum gefordert worden wäre.

Selina Büchel tritt vor allem gegen Männer an – weil sie im Frauenfeld kaum gefordert worden wäre. Bild: Keystone

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Manch einer dürfte sich gestern im Stadion Hard ans letztjährige Auffahrtsmeeting erinnert haben. Eitel Sonnenschein hatte dazumal geherrscht, weshalb sich die Athleten pudelwohl fühlten. Lea Sprunger etwa stellte über 300 Meter flach einen neuen Schweizer Rekord auf und konnte danach ihr Glück kaum fassen.

Gestern war alles ein bisschen anders. Ehe Sprunger, die diesmal über 300 Meter Hürden antrat, Auskunft geben konnte, hatte sie sich bei Regen und verhältnismässig kühlem Wetter etwas Warmes anziehen müssen. In 39,82 Sekunden brachte sie die selten gelaufene Distanz hinter sich und siegte in ihrer Serie souverän.

Der Zeit mass Sprunger keine Beachtung bei, doch hielt sie fest: «Ich habe ein paar Sachen sehr gut gemacht.» Primär meinte die Romande damit den Rhythmuswechsel von 14 auf 15 Schritte nach der fünften Hürde. Nun steht für Sprunger ein zehntägiges Trainingslager in Belek (Tür) an, ehe sie am 31 Mai in Rom am Diamond-League-Meeting über 400 Meter Hürden antreten wird.

Selbiges hat auch Kariem Hussein vor. Der Thurgauer gehört seit diesem Jahr ebenfalls zur Trainingsgruppe von Coach Laurent Meuwly, und er hätte gestern ebenfalls in Langenthal antreten wollen, gab dann aber leicht angeschlagen Forfait.

Kambundji erfüllt Limiten

Für einen speziellen Auftritt sorgte Selina Büchel. Die 800-Me­ter-Spezialistin trat in Langenthal über 1000 Meter und vor allem gegen Männer an – weil sie im Frauenfeld kaum gefordert worden wäre. Nach einem guten Start positionierte sie sich weit vorne, «das hat die Jungs wohl irritiert».

Letztlich zogen die Männer aber an ihr vorbei, Büchel wurde mit einer Zeit von 2:39,94 Letzte. Weil es sich um ihre Freiluftouvertüre handelte und weil sie sich vorgenommen hatte, unter 2:40 zu laufen, zeigte sich Büchel mit ihrer Leistung zufrieden.

Die 26-Jährige wird sich am 26. Mai in Eugene (USA) erstmals mit der Weltelite über 800 Meter messen – in ei­nem Frauenfeld, versteht sich.

Nicht unerwähnt soll die Leistung von zwei Bernerinnen bleiben. Ditaji Kambundji, die jüngste Schwester von Mujinga Kambundji, erfüllte in Langenthal sowohl über 100 Meter flach als auch über 100 Meter Hürden die Limite für die U-18-EM. Dies gelang im Hürdensprint Nadja Zurlinden vom LV Langenthal. Damit werden die beiden die Schweiz ­Anfang Juli in Györ (Un) ­vertreten. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.05.2018, 09:39 Uhr

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