Agnou setzt drei Ausrufezeichen

Caroline Agnou wird U-23-Europameisterin im Siebenkampf. Die Bielerin verbessert überdies den Landesrekord und quali­fiziert sich für die WM.

Caroline Agnou triumphierte an der U-23-EM in Bydgoszcz.

Caroline Agnou triumphierte an der U-23-EM in Bydgoszcz. Bild: Keystone

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Persönliche Bestwerte im Weitsprung, Kugelstossen, über 100 m Hürden, 200 m und 800 m. Ein Punktetotal von 6330. Caroline Agnou sichert sich an der U-23-Europameisterschaft in Bydgoszcz nicht einfach nur die Goldmedaille. Weil die Bielerin in Polen kaum zu stoppen ist, sorgt sie auch noch gleich für einen neuen Schweizer Rekord: Um 39 Zähler verbessert sie die alte Bestmarke, welche Géraldine Ruckstuhl – ein weiteres grosses Mehrkampftalent – erst Ende Mai in Götzis (Ö) aufstellte. «Das war eine schöne Motivation für mich», hält Agnou fest. Sie ist überdies nach der Langnauerin Noemi Zbären erst die zweite Schweizer Leichtathletin, welche an einer U-23-EM Gold gewinnt.

«Ich wusste, dass ich in Topform bin», sagt die 21-Jährige. «Dass ich mit einer Hürden-PB aber gleich so gut in den Wettkampf finden würde, hätte ich nicht gedacht. Danach ist alles super aufgegangen.» Agnou wollte in Polen ihre persönliche Bestleistung verbessern. «Aber ich hätte nicht damit gerechnet, einen neuen Schweizer Rekord aufzustellen», meint sie, «es ist der Wahnsinn.»

Grosse Genugtuung

Agnou machte in Bydgoszcz von Anfang an Druck auf die Konkurrenz. Bereits am ersten Wettkampftag stellte sie in drei von vier Disziplinen – 100 m Hürden, Kugelstossen und 200 m – neue persönliche Bestmarken auf. Und am Freitag macht die vom Könizer Adrian Rothenbühler betreute Athletin genau so weiter. Einzig im Speerwurf vermag sie ihr Potenzial nicht abzurufen, doch weil ihre zu diesem Zeitpunkt ärgste Konkurrentin, die Deutsche Celina Leffler, selbst patzt, fällt das nicht ins Gewicht. Schliesslich sorgt Agnou zum Abschluss über 800 m für die Entscheidung.

Vor zwei Jahren war der Bielerin in Eskilstuna (SWE) mit dem U-20-EM-Titel ein ähnlicher Exploit gelungen. Danach allerdings wurde sie 2016 und Anfang 2017 von einer Oberschenkelverletzung zurückgeworfen. Deshalb sei die Genugtuung nun besonders gross: «Dass jetzt wieder alles so optimal aufgegangen ist, ist umso schöner für mich.» Und: Es gibt neben Gold und Schweizer Rekord noch eine weitere Belohnung für die Bielerin: Sie hat sich für die WM in London (5.–13. August) qualifiziert. (mob)

Erstellt: 14.07.2017, 18:56 Uhr

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