Premieren für Kempf und Giudice

Andreas Kempf wurde im Männerrennen des Altstadt-GP seiner Favoritenrolle gerecht. Bei den Frauen lief die 15-jährige Laura Giudice erstmals bei den Erwachsenen auf ein Podest.

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Andreas Kempf bedeutete der erste Erfolg im Altstadt-GP viel. «Läufer wie Christian Belz und Philippe Bandi figurieren in der Siegerliste dieses Rennens», sagte der Freiburger, der am Dienstag 29 Jahre alt wird. In diesem Jahr war Kempf als Favorit über die 4.7 km gestartet.

«Ich bin mir bewusst, dass das Feld nicht so stark besetzt war», gab er zu. Mit Triathlet Florin Salvisberg verzichtete ein starker Konkurrent kurzfristig auf den Start. Auch Orientierungsläufer wie etwa Matthias Kyburz fehlten diesmal, weil der Altstadt-GP nicht in ihren Wettkampfkalender passten.

Kempf wurde erst vom Eritreer Sium Zerehannes (TV Olten) und Binyam Furui (ST Bern) begleitet. Mit letzterem hatte er kürzlich ein Bahntraining absolviert. «Ich wusste, dass er ein guter Athlet ist, ich aber eigentlich besser bin», sagte der Sieger. Beim Zytglogge setzte sich Kempf ab und lief einem ungefährdeten Sieg entgegen. Mit der Zeit von 14:22 Minuten war er nicht vollumfänglich zufrieden. «Ich musste lange alleine laufen», gab er zu bedenken.

In zwei Wochen will Kempf in einem 5000-m-Rennen in Oordegem (BEL) seine persönliche Bestzeit von 14:02 Minuten unterbieten. Im weiteren Saisonverlauf hat er den Freiburger Kantonalrekord von Rolf Rüfenacht über diese Strecke (13:55) im Visier.

Kempfs Fokus richtet sich auch bereits auf die Saison 2018 und die EM in Berlin. Noch ist nicht klar, ob er sich über 5000 m, 10'000 m oder gar im Marathon dafür qualifizieren will. «Im Herbst will ich einen ersten Marathon laufen. So könnte ich abschätzen, ob ich längerfristig auf diese Strecke setzen möchte», sagt der WG-Partner des Spitzenläufers Adrian Lehmann.

Als dieser im April für drei Wochen zu Trainingszwecken verreist war, übernachtete Kempf in dessen Zimmer. In diesem lässt sich dank eines Generators der Sauerstoffgehalt auf ein Niveau absenken, das in der Natur auf 2500 m herrscht. Kempf absolvierte so in Liebefeld ein dreiwöchiges «Höhentrainingslager», ohne verreisen zu müssen.

Vorbild Sclabas

Im Rennen der Frauen stieg neben der Siegerin Delia Sclabas (16) mit der Dritten Laura Giudice (15) eine zweite sehr junge Athletin aufs Podest. Die Rüfenachterin startet wie Sclabas für die LG Gerbersport und betrachtet die Gewinnerin als Vorbild.

Obwohl Giudice dem gleichen Verein angehört, gibt es im Alltag nur wenig Berührungspunkte mit Sclabas. Im Gegensatz zu dieser ist die 15-Jährige «nur» im Laufbereich aktiv und absolviert ihre Trainings mit der Gruppe um Coach Markus Gerber.

Giudice ist in ihrer Altersklasse in der Schweiz führend. Sie gehört dem älteren Jahrgang der U-16-Kategorie an und strebt die Schweizer Meistertitel über 1000 und 2000 m an. «Zuvor möchte ich beim Frauenlauf unter die besten 15 laufen», sagte sie. Auch für sie war der Altstadt-GP eine Premiere, denn noch nie war Laura Giudice bei einem Rennen mit Erwachsenen so gut klassiert. (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.05.2017, 11:24 Uhr

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