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Leerlauf statt volles Haus

5 Wochen vor Playoff-Beginn herrscht in der National­liga A Langeweile, in der Finalrunde sind die Ränge traditionell früh bezogen. Der Verband reagiert – und präsentiert einen kühnen Modus.

Das Interesse hält sich in Grenzen: In der Finalrunde fallen (im Bild das Spiel zwischen Wacker und Pfadi Winterthur) keine Entscheidungen.
Das Interesse hält sich in Grenzen: In der Finalrunde fallen (im Bild das Spiel zwischen Wacker und Pfadi Winterthur) keine Entscheidungen.
Martin Deuring

Sechs Finalrundenpartien hat Wacker Thun noch zu bestreiten. Dabei geht es um: nichts. Oder zumindest um sehr wenig. Kadetten Schaffhausen und Pfadi Winterthur sind den Oberländern entrückt, vom BSV Bern Muri sowie vom morgigen Gegner Suhr, auf den Rängen 5 und 6 klassiert, droht keine Gefahr. Und so duelliert sich Martin Rubins Team vor Playoff-Beginn mit Kriens um Platz 3. Mitreissend ist das nicht.

Ähnlich wie dem Cupsieger ergeht es den andern Klubs. Fünf Wochen vor dem Auftakt zur Ausmarchung fehlt die Spannung in der Nationalliga A. Die Klassierungen stehen fest. Und so tragen die besten Mannschaften des Landes während der günstigsten Jahreszeit, in der etwa im Uni­hockey um den Titel gekämpft wird, Partien aus, deren Tragweite überschaubar ist.

Langeweile im März: Das hat im Handball mittlerweile Tradition. In einer Sportart, in der es verhältnismässig wenig Überraschungen gibt, sich der Favorit meist durchsetzt, ist der Abstand zwischen den einzelnen Teams nach 20, 22 Runden gross. Die Finalrunde, die für gesteigertes Interesse sorgen sollte, verkommt zum Leerlauf, die Zuschauerzahlen sind weit tiefer als später in den Playoffs.

Mit dem gegenwärtigen Modus waren die Verantwortlichen der Swiss Handball League unzufrieden. Also änderten sie ihn – auch weil sie die Anzahl Partien hatten verringern müssen. Das Verfahren, nach dem der Meister hierzulande ab der nächsten Saison ermittelt wird, dürfte eher nicht Begeisterung auslösen. Es ist bemerkenswert kompliziert (siehe Beitrag unten) und wird die Probleme kaum beheben.

Der umstrittene Kompromiss

Der Verband befindet sich fortwährend auf der Suche nach dem geeigneten Modus, immer wieder hat er ihn angepasst. Sicher ist, dass es einfachere Aufgaben gibt, als einen Spielplan zu erstellen. Zig Aspekte müssen berücksichtigt werden, so gilt es etwa, die Saison nicht vor Mitte Mai zu beenden, weil die Nationalmannschaft danach im Einsatz steht und deren Trainer auf Akteure zurückgreifen möchte, welche im Rhythmus und nicht im Urlaub sind. Das System ist wegen der vielen Interessen in jedem Fall ein Kompromiss. Zu reden geben wird der neue Modus trotzdem. Gut möglich, dass sich die Liga nicht zum letzten Mal ein Verfahren ausgedacht hat.

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