Wird Langnau heute grün?

Die SCL Tigers können sich heute Freitag in Rapperswil-Jona für das Playoff qualifizieren. Selbiges ist ihnen vor acht Jahren bereits einmal gelungen.

Mit einem 3:2-Sieg in Rapperswil-Jona qualifizierten sich die SCL Tigers 2011 zum einzigen Mal für das Playoff.

Mit einem 3:2-Sieg in Rapperswil-Jona qualifizierten sich die SCL Tigers 2011 zum einzigen Mal für das Playoff.

(Bild: Keystone Alessandro Della Bella)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Rechnen, sagt Federico Lardi, sei etwas für Journalisten und Statistiker. «Fangen wir damit an, uns mit solchen Dingen zu beschäftigen, dann haben wir den Fokus am falschen Ort.» Er und seine Teamkollegen müssten nun einfach den Preis für den Sieg zahlen. Das heisst: «Qualitativ bessere Schüsse auf das Tor bringen, defensiv sauber spielen.»

So also lautet nach zuletzt drei Niederlagen das Rezept, mit welchem die SCL Tigers heute Freitag in Rapperswil-Jona (19.45 Uhr) gewinnen wollen. Gelingt dies, und verlieren Gottéron oder die ZSC Lions in der regulären Spielzeit, ist ihnen das Playoff-Ticket nicht mehr zu nehmen.

Ob dieser Aussichten dürfte der eine oder andere Fan in schönen Erinnerungen schwelgen. Schliesslich haben die Langnauer bei ihrer bisher einzigen Playoff-Qualifikation vor acht Jahren den finalen Schritt in Rapperswil-Jona gemacht. Mit einem 3:2-Sieg versetzten sie am 22. Januar 2011 das Emmental in einen grossen Freudentaumel. Als sie weit nach Mitternacht zu Hause ankamen, bereiteten ihnen die Fans einen frenetischen Empfang mit Bengalofackeln und einer Freinacht. «Es war, als seien wir Meister geworden», sagt Lardi, «ein unglaubliches Erlebnis.»

Er ist neben Anton Gustafsson der einzige Spieler, der schon damals den Tiger auf den Brust trug. Dass sich nun die Geschichte wiederholen kann, war ihm nicht bewusst. Denn nicht nur rechnen, auch zurückblicken ist eher etwas für Journalisten und allenfalls Statistiker. Lardi will nur über das Hier und Jetzt sprechen. «Zum dümmsten Zeitpunkt haben wir das erste Mal in dieser Saison dreimal nacheinander verloren», meint er. Und stets hat dasselbe Problem ins Verderben geführt: Die Langnauer lassen viel zu viele Chancen aus.

Keine Freinacht in Langnau

Gleichwohl ist die Situation drei Runden vor Qualifikationsende für die Emmentaler nach wie vor günstig, weil sie ihr Schicksal in den eigenen Händen halten. Er sei überhaupt nicht nervös, sagt Lardi. «Hätte mir jemand vor der Saison angeboten, dass wir drei Runden vor Schluss auf einem Playoff-Platz stehen, hätte ich das sofort genommen.» Und dann beginnt er doch noch in den Erinnerungen zu wühlen.

Denn nach der Playoff-Qualifikation 2011 war bei den Emmentalern die Luft draussen. Von zehn Spielen – Viertelfinal-Serie gegen Bern inklusive – gewannen sie noch eines. Er glaube nicht, dass sich dieses Szenario wiederhole, sagt Lardi. «In dieser Saison ist fast jedes Spiel ein Playoff-Spiel. Weil so viele Teams eng beieinander sind, kannst du dir keine Baisse leisten.» Und sowieso gebe es noch viel zu tun, bis sie zufrieden sein könnten.

Selbiges Signal sendet auch der Club. Schaffen es die SCL Tigers, wird es in Langnau keine Freinacht geben. Aber: Die Partie wird im Tigersaal auf Grossleinwand übertragen. Und im Erfolgsfall wartet auf die Mannschaft nach ihrer Rückkehr ein Feuerwerk.

Berner Zeitung

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