«Wir machen keine Freudensprünge»

Der Langnauer Sportchef Marco Bayer spricht über die DNA der Tigers, Topskorer Harri Pesonen und eine Luxuslösung.

Tigers-Sportchef Marco Bayer: "Es ist mühsam, gegen uns anzutreten."<p class='credit'>(Bild: Hans Wüthrich)</p>

Tigers-Sportchef Marco Bayer: "Es ist mühsam, gegen uns anzutreten."

(Bild: Hans Wüthrich)

Reto Kirchhofer@rek_81

Biel führt in der National League vor Bern und Langnau. Selbst wenn die SCL Tigers die Nummer drei des Kantons sind: Die Tabelle dürfte Ihnen gefallen.

Marco Bayer:  Die Tabelle gefällt mir extrem. Nach zehn Spielen können wir von einem sehr guten Saisonstart sprechen. Wir haben Punkte geholt, wir spielen konstant – und wir haben eine DNA entwickelt, von der wir behaupten können: Das ist Langnau. Es ist mühsam, gegen uns anzutreten.

Können Sie diese Langnauer DNA charakterisieren?

Wir sind gut organisiert, spielen strukturiert. Dies zeigt die tiefe Anzahl kassierter Tore. Aber wir machen nicht einfach hinten zu. Wir spielen offensiv attraktiv, versuchen Druck zu machen, Intensität ins Spiel zu bringen. Das gefällt mir. Der Sieg gegen Bern war wichtig und schön für die Zuschauer. Aber wir machen keine Freudensprünge. Es geht immer weiter.

Vor dem Derby gegen den SCB wurde in der Öffentlichkeit über Heimschwäche und Auswärtsstärke diskutiert. War das auch innerhalb der Mannschaft ein Thema?

Nein. Wir haben nie darüber gesprochen. Auch zuhause stimmten die Leistungen. Der einzige Unterschied war die Chancenauswertung: Auswärts waren wir effizient, zuhause nicht. Die Grundtaktik aber ist immer dieselbe; egal, auf welchem Eis wir antreten. Wir bleiben uns treu.

Tigers-Captain Pascal Berger sagte aber, es käme der Mannschaft entgegen, gegen Bern statt gegen Rapperswil zu spielen: Gegen den SCB könne die Mannschaft abwarten, müsse nicht das Spiel diktieren.

Das stimmt. Wer das Spiel bestimmen will, braucht viel Qualität in der Mannschaft. Wir haben keine Einzelspieler, die den Unterschied ausmachen können. Bei uns führt alles über die Mannschaft: Sie muss funktionieren und als Einheit auftreten. 

Sie erlauben: Langnau verfügt sehr wohl über solche Einzelspieler. Harri Pesonen hat das Derby entschieden.

Ich bin sehr froh, ist er zu uns gekommen. Aber es wäre Pesonen nicht wohl, und es wäre mir nicht wohl, würden wir ihn ins Rampenlicht stellen. Auch er braucht die Mannschaft, die ihn unterstützt. Aber es ist sicher so: Wir brauchen Spieler, die Tore erzielen, Energie bringen, vorausgehen. Diese Dinge treffen auf ihn zu.

Und da wäre noch Torhüter Damiano Ciaccio. Er hat am Wochenende hervorragend gespielt. Haben Sie sich bereits auf die Schulter geklopft, weil sie Ciaccios Vertrag vor einigen Tagen verlängert hatten?

(lacht) Unsere zwei Goalies geben uns in jedem Spiel die Chance auf den Sieg. Punnenovs und Ciaccio sind wahrscheinlich eine Luxuslösung, aber eine sehr wichtige. Ich wollte mit  Ciaccio unbedingt früh verlängern. Er und Ivars liefern sich einen gesunden Konkurrenzkampf. Wir sind glücklich, haben wir eine Lösung gefunden.

Sie sind an der Verpflichtung von Servettes Juraj Simek interessiert. Zeichnet sich in diesem Fall eine Lösung ab?

Wir sind mit zwölf Stürmern unterwegs. Das ist eine heikle Situation. Ich sondiere den Markt, die Diskussionen laufen. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Berner Zeitung

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