«Wir haben den Tritt nie gefunden»

Das Ziel Playoffs ist verpasst, die Saison am Mittwoch ist fertig: Der SC Unterseen-Interlaken kam in der Quali-Masterround nie auf Touren. Die Verantwortlichen sind etwas ratlos, sagen, es habe wenig gefehlt.

Nathalie Günter@nathalieguenter

Schon vor dem Spiel gegen die Argovia Stars waren auch die theoretischen Chancen weg, der SC Unterseen-Interlaken hat das Saisonziel Playoffs verpasst. So erstaunte dann auch die 1:4-Niederlage im zweitletzten Heimspiel nicht.

Nach gutem Start und dem für Verteidiger Claude Stähli ersten 1.-Liga-Tor zum 1:0, zeigt der SCUI wieder seine Abschlussschwäche und musste den effizienten Aargauern den Vortritt lassen. «Das Spiel am vergangenen Samstag gegen die Argovia Stars ist ein Paradebeispiel für die ganze Quali-Masterround», sagt Captain Oliver Baur. Sein Team sei nicht schlechter gewesen, die Aargauer einfach konsequenter und kaltblütiger.

Alles gut bis zu Weihnachten

In der Qualifikation war für den SC Unterseen-Interlaken noch alles in Ordnung gewesen. «Wir konnten bis zur Weihnachtspause mit der oberen Masterround liebäugeln», sagt Oliver Baur. «Da haben wir gutes Hockey gespielt.» Der SCUI überzeugte vor allem mit Siegen gegen die besser klassierten Teams Burgdorf, Lyss und Thun.

Dann kam die 2:3-Niederlage im Quali-Masterround-Auftakt gegen Adelboden, «Wir ­haben danach den Tritt nie mehr gefunden», so Baur, die Quali-Masterround sei von A bis Z enttäuschend verlaufen.

«Wir hatten nur dreissig gute Minuten, und zwar im Heimspiel gegen die Argovia Stars», sagt Baur. «Wir haben nicht unser Hockey gespielt und die Playoffs verdient verpasst.» An der Qualität habe es seiner Einschätzung nach nicht gefehlt, es sei schwierig, zu sagen, woran das Erreichen des Saisonziels gescheitert sei. Schliesslich habe jedes Team meistens eine schlechte Phase während der Saison, «wir hatten unsere im dümmsten Zeitpunkt» meint Baur.

Knackpunkt Adelboden

Auch der scheidende Trainer Daniel Meier meint: «Es hat immer wenig gefehlt, wir haben selten hoch verloren.» Auch für ihn war der Knackpunkt die Auftaktniederlage gegen Adelboden und das 2:7 auswärts gegen Basel. «Dort wären drei Punkte wichtig gewesen, in diesem Spiel hatten wir aber keine Chance», so Meier.

Meier sieht auch ein Problem beim Auf und Ab der Leistung, vor allem in der Quali-Masteround: «Wir hatten zwei Spiele auf gutem Level gegen Belp und Argovia, da dachte ich, jetzt könnte es gut kommen.» Darauf seien aber wieder mässige Partien gefolgt. Die Niederlagen hätten auch an der Moral genagt: «Wenn du immer knapp verlierst, ist irgendwann der ‹Pfupf› draussen», so Meier. Wenn es im Kopf der Spieler nicht mehr stimme, sei es schwierig, noch Impulse zu geben. «Ich habe immer versucht, positiv zu bleiben und aufzuzeigen, dass die Wende noch möglich ist», so Meier. Sein Team hätte aber während der ganzen Saison in der Vorwärtsbewegung zu verspielt agiert und dadurch zu viele Fehler produziert. «Und wir haben viel zu viele Strafen kassiert.»

Schuld einlösen

Jetzt bleibt noch das letzte Spiel der Saison zu Hause gegenTabellenschlusslicht Belp am Mittwoch. «Wir wollen den Fans und Zuschauern noch etwas bieten», sagt Daniel Meier. «Das sind wir auch uns selbst schuldig.»

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