Wie geht es mit Bomo weiter?

Bomo Thun verliert das Spiel um Rang 3 gegen Reinach und verpasst seine Saisonziele. Trainer Steve Huard wird den Club verlassen, und die sportliche Zukunft ist offen.

Wie weiter? Nach dem missglückten Saisonabschluss gegen Reinach (1:2) steht Bomo Thun – im Vordergrund Nationalverteidigerin Sarah Forster – vor einer ungewissen Zukunft.

Wie weiter? Nach dem missglückten Saisonabschluss gegen Reinach (1:2) steht Bomo Thun – im Vordergrund Nationalverteidigerin Sarah Forster – vor einer ungewissen Zukunft.

(Bild: Markus Grunder)

Bronze in Cup und Meisterschaft hat Bomo Thun vor einem Jahr gewonnen. Zwei Medaillen sollten es auch in dieser Saison werden, eher silbern oder gar golden allerdings. Das Erreichen der Finalspiele in Cup und Meisterschaft war das hoch angesetzte Saisonziel der Thunerinnen – und das haben sie trotz dem Cupfinal (1:2 gegen ZSC Lions) klar verpasst.

Schuld daran waren eine unglückliche, aber irgendwie bezeichnende Playoff-Serie in der Meisterschaft gegen Lugano und ein völlig verunglücktes Bronzemedaillenspiel um Rang 3 gegen Reinach (1:2) zum Schluss. «Ich bin sehr enttäuscht, wir alle sind enttäuscht», fasst die französische Nationalstürmerin Lara Escudero, zusammen mit der Kanadierin Leslie Oles Topskorerin des Teams, die vier Niederlagen in Serie zusammen. «Wir haben uns in der Regular Season nur wenig Blössen gegeben und im Cup mit dem Viertelfinalsieg gegen Lugano und der Finalniederlage in der Verlängerung gegen die ZSC Lions unseren Höhepunkt erreicht.»

In den Playoffs hingegen sei irgendwie der Faden gerissen, zudem habe das Glück gefehlt und zuallerletzt auch die Leichtigkeit des Siegens, «um die Serie zu drehen oder das Bronzespiel für uns zu entscheiden».

Huard verlässt Bomo

Auch bei Leslie Oles sitzt der Schock tief: «Wir trafen auf einen perfekt eingestellten und hoch motivierten Gegner, der uns die Luft zum Atmen nahm.» Eine Analyse, die nicht ausgesprochene Kritik an sich und dem Team mit einschliesst. Trainer Steve Huard hebt die Cupsilbermedaille heraus, seine Enttäuschung über den Misserfolg am Ende der Saison kann er jedoch trotz seiner diplomatischen Äusserungen nicht verstecken. Er wird – nach zwei Saisons – sein Traineramt abgeben. Headcoach des Schweizer U-18-Nationalteams der Frauen will er allerdings bleiben.

Welche Strategie?

Bomo steht – wieder einmal – am Scheideweg. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Vorstand und Team auch in der kommenden Saison die Grossen ärgern wollen. Die beiden letzten Spielzeiten haben gezeigt, dass dies durchaus möglich ist. Dazu braucht es allerdings eine erneute Vorwärtsstrategie und den Willen, das Team über die regionale Verankerung hinaus mit weiteren Schweizerinnen und ausländischen Spielerinnen zu verstärken.

Lara Escudero und Leslie Oles und wohl auch Teamplayer Stephanie Pohlod würde man laut Sportchef Roger Rensch gerne behalten, Molly Strabley wird in die USA zurückkehren und auch Nationalverteidigerin Sarah Forsters Zukunft ist noch offen. Diese Spielerinnen haben zusammen drei Viertel aller Tore erzielt – verliert man sie oder kann sie nicht gleichwertig ersetzen, wird Bomo kaum vorne mithalten können.

Berner Oberländer

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