Wenn der Puck nicht rein will

Die SCL Tigers unterliegen zu Hause Ambri-Piotta 0:2. Trotz gutem Einsatz und Überzahlsituationen gelingt ihnen kein Tor.

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Gut fünf Minuten sind noch zu spielen, als Ambri-Piotta eine Teamstrafe bekommt, zu viele Spieler waren auf dem Eis. Langnau liegt 0:1 zurück, das Powerplay scheint eine gute Möglichkeit zu sein, um den Ausgleich zu erzielen. Eero Elo hat plötzlich freie Schussbahn auf das Tor des Gegners, doch er verzieht, kurz darauf kommt es zu einiger Verwirrung vor Ambri-Torhüter Benjamin Conz, Andrea Glauser bringt den Puck mit einem Schuss in die gefährliche Zone, doch dort kann Alexei Dostoinov nicht profitieren.

So findet auch dieses Powerplay bald sein Ende, ohne Erfolg für den SCL. Kaum ist die Strafe abgesessen, fällt die Entscheidung zu Ungunsten der Emmentaler. Kostner lässt in der Ecke des Eisfeldes Glauser stehen, der Puck kommt vor das Tor, Dominic Zwerger ist es schliesslich, der ganz abgebrüht das 2:0 für sein Team erzielt.

Zwerger war es auch bereits, der im Mitteldrittel den Gast aus dem Tessin in Führung gebracht hatte. Michael Ngoy hatte den entscheidenden Pass zur Mitte gespielt, den Zwerger schliesslich verwertete. Ebenso wichtig wie der Doppeltorschütze war an diesem Abend in Langnau aber Benjamin Conz. Der 27-Jährige, der selbst zwei Saisons im Emmental verbracht hatte, wurde aus gutem Grund zum besten Spieler von Ambri-Piotta gewählt. Der Torhüter hielt alles, was Langnau auf das Tor brachte.

Harmlos in Überzahl

Denn eigentlich wäre die Partie gegen Ambri eine gewesen, die Langnau nicht hätte verlieren müssen. Es hatte sich an diesem Abend schnell gezeigt, dass das Heimteam gewillt war, die Punkte zu Hause zu behalten, diesen erfolgreichen Saisonstart zu veredeln.

Doch bereits im ersten Drittel, das kaum Spektakel bot, verpassten es die Langnauer, gute Abschlussmöglichkeiten zu verwerten, und sie liessen auch zwei Powerplays ungenutzt, blieben in diesen gar erschreckend harmlos.

Bevor das zweite Drittel richtig Fahrt aufnehmen konnte, musste der Eismeister eine Reparatur am Eis vornehmen. Doch danach ging es im Mitteldrittel gut weiter für die Tigers: Noch keine zwei Minuten waren gespielt, als Ambris Dotti wegen Haltens eine 2-Minuten-Strafe erhielt.

Gustaffson kam zu einer guten Möglichkeit, aber ebenso Ambri: Huguenin liess sich an der blauen Linie den Puck abluchsen, nur Ivars Punnenovs konnte den Shorthander verhindern. Nach einer weiteren Überzahl, in der auch diesmal wenig herausschaute, und einer Unterzahl, die die Emmentaler souverän verwalteten, schoss Zwerger Ambri in Front. Nach kurzer Schockstarre fasste sich Langnau, und Ambri schenkte dem Heimteam gar eine doppelte Überzahl, die auch über eine Minute andauerte.

Chris DiDomenico sah seinen Puck, den er an der linken Ecke in Conz’ Tor hatte drücken wollen, in eben dessen Handschuh gefangen. Die Schiedsrichter überprüften, doch der Puck überquerte auch in Conz’ Hand nicht die Torlinie. Kurz darauf scheiterte Johansson in ganz ähnlicher Position wie DiDomenico, aber diesmal am Pfosten.

Kein Glück im Abschluss

Die Langnauer steckten aber nicht auf, griffen munter weiter an, setzten ihren Gegner unter Druck und kamen auch zu Abschlüssen, doch der Erfolg blieb ihnen an diesem Abend verwehrt.

«Wir haben gedrückt und alles probiert, doch wir konnten das Glück nicht erzwingen», sagte Samuel Erni nach der Niederlage. Nach dem sensationellen Sieg gegen die ZSC Lions am Dienstag folgte nun eine unnötige Niederlage gegen Ambri-Piotta. «Wir haben wirklich gekämpft, aber in Zürich ist uns vieles gelungen, das uns heute nicht gelungen ist», resümierte Erni. Bereits heute geht es für die Tigers aber weiter mit dem Spiel in Davos und einer erneuten Chance, mehr Gefahr vor das gegnerische Tor zu bringen.

Berner Zeitung

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