Wellingers verlorene Freude, Furrers schwieriger Entscheid

Thomas Wellinger erklärt, weshalb er seinen Vertrag beim SC Bern aufgelöst und in Biel unterschrieben hat. Und Philippe Furrer spricht über seinen Wechsel nach Lugano.

  • loading indicator
Reto Kirchhofer@rek_81

In der Vorwoche stand Thomas Wellinger noch beim SC Bern unter Vertrag. Am Samstag wird er in der Postfinance-Arena für den Gegner Biel einlaufen. «Ich freue mich zwar auf das Spiel, aber so etwas willst du nicht jeden Tag erleben», sagt Wellinger. Den Entscheid, weshalb er den SCB um die Auflösung seines Dreijahresvertrags gebeten hat, begründet der Bündner mit fehlender Energie und Motivationsproblemen. «Die letzte Saison war in allen Belangen schlecht. Ich kämpfte mit Verletzungen, konnte wenig spielen, die Freude war weg.»

Bereits im Sommer wollte er mit Sportchef Sven Leuenberger das Gespräch suchen, entschied dann aber, «mich durchbeissen zu wollen». Nach einer für Wellinger wenig erfolgreichen Vorbereitung stand sein Entschluss fest. Die fehlende Eiszeit sei nicht der Hauptgrund gewesen, sagt der 26-Jährige. Er habe sich beim SCB einfach nie so richtig wohl gefühlt.

«Ich will aber niemandem einen Vorwurf machen. Letztlich bin ich vielleicht auch an meinen hohen Erwartungen gescheitert.» Die Rückkehr nach Biel – Wellinger unterschrieb im Seeland bis 2017 – sei der logische Schritt gewesen. «Ich brauche wieder Freude am Eishockey, in Biel habe ich viel Wertschätzung erfahren.»

Abschied nach 24 Jahren

Neben Wellinger wird mit Philippe Furrer ein zweiter Verteidiger den SCB verlassen – allerdings erst im kommenden Frühling. Diese Zeitung kündigte gestern Furrers Transfer zu Lugano an, mittlerweile haben beide Parteien bestätigt, dass man sich einig geworden sei.

Die Vertragsdauer wurde nicht kommuniziert; es dürfte sich um einen Zweijahreskontrakt handeln. Furrer sagt, der Entscheid sei ein schwieriger gewesen. Doch aus sportlicher wie familiärer Sicht – mit seiner Frau Melanie hat der 29-Jährige eine Tochter, zudem erwartet das Ehepaar Zwillinge – sei es wohl der letztmögliche Zeitpunkt, eine neue Herausforderung anzunehmen. So wird Furrer im nächsten Frühling nach 24 Jahren (14 davon als Profi) in der SCB-Organisation den Klub verlassen.

Er betont, sein Fokus liege ganz beim SCB. «Nun habe ich eine ganze Saison lang Zeit, euch in Form von Leistung und Einsatz auf dem Eis zu danken», schreibt der Verteidiger auf seiner Website in einem Statement an die Fans. Auch der SCB hatte Furrer eine Offerte unterbreitet, «aber sein Entscheid dürfte bereits vorher gefallen sein», vermutet Leuenberger.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...