Wehmut und Vorfreude bei drei SCB-Abgängern

Nach dem Saisonende packen die SCB-Spieler ihre Sachen – einige werden im Herbst nicht mehr nach Bern zurückkehren. Zu ihnen gehören Philippe Furrer, Christoph Bertschy und Michaël Loichat.

Aufbruchstimmung: Philippe Furrer verlässt den SCB nach 14 Jahren in Richtung Lugano, Christoph Bertschy versucht sein Glück in Nordamerika, Michaël Loichat wechselt zu Gottéron.

Aufbruchstimmung: Philippe Furrer verlässt den SCB nach 14 Jahren in Richtung Lugano, Christoph Bertschy versucht sein Glück in Nordamerika, Michaël Loichat wechselt zu Gottéron.

(Bild: Andreas Blatter)

Reto Kirchhofer@rek_81
Adrian Ruch

Philippe Furrer
Bern, Berlin – dann ins Tessin. So lautet Philippe Furrers Reiseplan in den nächsten Tagen. Am Freitag ist er als einer der wenigen SCB-Spieler guten Mutes. Die Playoffs sind abgehakt, das 0:4 gegen Davos ist verdaut. «Ich verspüre vor allem grosse Vorfreude auf das Abenteuer Lugano.»

Dass Furrer unmittelbar nach dem Saisonende positiven Mutes nach vorne blickt, entspricht seinem Naturell. Er steht nicht im Verdacht, kein SCB-Herz zu haben. Mit 16 Jahren bestritt er bei den Elitejunioren seine erste Saison für Bern, blieb dem Klub bis 2015 treu, wurde dreimal Meister, hat den Legendenstatus erreicht. Mit 29 Jahren sei der Zeitpunkt gekommen, «mich vom SCB abzunabeln». Wehmut verspüre er keine, die werde aber womöglich in den nächsten Tagen aufkommen: Mit 19 Mitspielern brach Furrer gestern Abend zu seiner «Abschiedsreise» nach Berlin auf.

Am Sonntag folgt die Rückkehr, am Montag das Abschiedsessen, danach der Umzug in den Süden, nach Bioggio. «Es ist eine schöne, ereignisreiche Zeit mit den Kindern und der Zügelei», sagt Furrer. Die Zwillinge Alina und Lara sind 5 Monate alt, brauchen die Eltern Tag und Nacht; dazu kommt das dritte Töchterchen Noemi (3). «Neben Familie und Umzug wird es leider nicht möglich sein, an der WM teilzunehmen.» Seinen WM-Verzicht teilte der Verteidiger gestern Coach Glen Hanlon mit. «Er hat Verständnis gezeigt», sagt Furrer.

Christoph Bertschy
Obwohl er am Ostersamstag erst seinen 21. Geburtstag feiert, hat Christoph Bertschy schon über 200 NLA-Partien bestritten. Vorläufig werden keine weiteren dazukommen. Der Vertrag ist zwar noch nicht unterzeichnet, «aber zu 99 Prozent werde ich nächste Saison in Nordamerika spielen».

Bertschy wurde 2012 von Minnesota Wild gedraftet, der Weg wird ihn daher nach Saint Paul (Minneapolis) oder Des Moines (Iowa) führen, wo Minnesotas Farmteam beheimatet ist. Für den Düdinger ist «Bern zum Lebensmittelpunkt und der SCB zu einer Herzensangelegenheit geworden», wie er wörtlich sagt. Bertschy freut sich auf das neue Abenteuer, doch der Abschied ist auch mit Wehmut verbunden, weil er seine Kollegen zurücklassen muss. «In dieser Saison hatten wir ein grandioses Team; so eine gute Stimmung hatte ich nicht einmal bei den Junioren erlebt», erzählt der 20-Jährige.

Bertschy wird mit vielen Erinnerungen in die USA reisen. Er ist mit dem SCB Schweizer Meister und Cupsieger geworden, doch auch ein bitteres Ereignis hat sich in sein Hirn eingebrannt. «Wie wir zweieinhalb Sekunden vor Schluss den Titel verloren haben, werde ich nie vergessen.»

Ob der Stürmer zum Nationalteam stossen wird, ist noch unklar. In den Playoffs zog er sich neben einem Nasenbruch eine gravierende Schulterverletzung zu. Eine Woche braucht er zum Ausheilen, mindestens.

Michaël Loichat
Michaël Loichat schmerzt die Art des Ausscheidens und die Tatsache, dass er wegen einer Verletzung ab dem vierten Spiel des Viertelfinals zum Zuschauen verurteilt war. Trotzdem erzählt er 24-Jährige: «Ich nehme nur das Positive mit, denn ich habe in Bern viel Schönes erlebt.»

Loichat erwähnt den Cupsieg und natürlich den Meistertitel im Jahr 2013. Damals gelangen ihm in der Finalserie gegen Gottéron zwei Tore. «Ich habe in Bern viel gelernt, und zwar von Antti Törmänen wie auch von Guy Boucher», sagt Loichat, der aus der NLB zum SCB gestossen war. Künftig wird der flinke Flügel für Gottéron spielen, deshalb zieht er mit seiner Freundin von Thörishaus nach Freiburg um.

Berner Zeitung

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