Was passiert eigentlich mit Damien Brunner?

Der begabte Flügelstürmer hat immer noch keinen Job in der National Hockey League. Die Zeit wird langsam knapp für den 27-jährigen Schweizer.

Talent auf Jobsuche: Damien Brunner hat im Dress der Red Wings durchaus für Spektakel gesorgt. (Video: Youtube)

Florian A. Lehmann@tagesanzeiger

Er gehört nicht zu den WM-Helden von Stockholm, die an Pfingsten sensationell Silber mit der Eishockey-Nationalmannschaft gewonnen haben. Aber gleichwohl zählt Damien Brunner zu den besten Schweizer Stürmern. Nach einer durchaus respektablen letzten Saison mit Detroit hat der NHL-Debütant die Offerte der Red Wings – einen mit insgesamt 5 Millionen US-Dollar dotierten Zweijahresvertrag – ausgeschlagen. Das hat viele Insider in Übersee, aber auch in der Schweiz überrascht. Denn das Angebot schien in finanzieller Hinsicht durchaus fair, der Rückhalt für den ehemaligen Zuger Flügel bei der traditionellen NHL-Organisation war gross, auch innerhalb des prominenten Kaders. Doch Brunner und/oder sein Agent lehnten ab.

Der gebürtige Zürcher gilt seit dem 5. Juli 2013 als sogenannter Unrestricted Free Agent. Das heisst, der ehemalige Profi des EV Zug kann einen neuen Club ohne Restriktionen auswählen. Aber die Suche nach einem neuen Job in der besten Liga der Welt ist schwieriger als angenommen. Brunner selbst hüllt sich momentan in Schweigen, was seine berufliche Zukunft betrifft. Das heizt natürlich die Spekulationen in den Internetforen oder Social Media an, sowohl hierzulande als auch in Übersee, wo der 27-Jährige mitunter als geldgieriger Spieler bezeichnet wird. Vermutungen, dass der Schweizer ein Jahresgehalt von 3,5 Millionen Dollar und mehr verlangen würde, machen die Runde. Ob diese Summe tatsächlich zutrifft, wissen nur der Profi und sein Agent Neil Sheehy.

Der Agent hat das Wort

Nun hat sich der professionelle Vermittler zu Wort gemeldet, und zwar per E-Mail bei einem Eishockey-Fachjournalisten der «Aargauer Zeitung». «Es wird viel spekuliert im Zusammenhang mit Damien, weil er noch keinen neuen Arbeitgeber gefunden hat. Leute, die glauben, er habe noch keine Angebote erhalten, weil er zu viel Geld verlangt, haben keine Ahnung. Das Geld hatte und hat für ihn keine Priorität», schreibt Sheehy. «Er will dort spielen, wo er die besten Chancen sieht. In dieser Beziehung hat er sich nicht verändert», führt der Kanadier aus.

Brunners Agent ist überzeugt, dass nach wie vor NHL-Teams an einer Verpflichtung seines Schützlings interessiert seien. «Ich bin mir sicher, dass Damien in der kommenden Saison in der NHL spielen wird.» Wo das aber sein könnte, darüber schweigt sich Sheehy aus. «Wir müssen geduldig bleiben», erklärt der Agent.

Ein Job in Nashville?

Somit brodelt es in der Gerüchteküche weiter. Brunner, der auch schon mit den New Jersey Devils in Verbindung gebracht wurde, soll ein Thema bei den Nashville Predators sein. Diese haben noch rund 6,5 Millionen Dollar für Personal zur Verfügung, um ihr Kader bis zur obersten Gehaltsgrenze aufzufüllen. Zwar sucht das Team aus Tennessee, indem Roman Josi meisterhaft verteidigt und Simon Moser im Trainingscamp sein Glück versucht, noch einen valablen Ersatztorhüter. Aber realistische Gehaltsforderungen Brunners könnten durchaus noch Platz im Budget haben.

In Zug hofft man mehr oder weniger leise, dass Brunner nicht mehr auf den NHL-Zug aufspringen kann. Jedenfalls soll in der Steueroase bereits fleissig Geld gesammelt werden, damit der Spektakelmacher auf Eis seine Explosivität wieder im EVZ-Dress beweisen kann.

Fazit: Es darf weiter spekuliert werden.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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