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Vorne spektakulär, hinten sorglos

Die Schweiz verliert die dritte WM-Partie gegen Tschechien 4:5 nach Penaltyschiessen. Am Mittwoch schliesst sie den ersten Teil der Gruppenphase gegen Weissrussland ab.

Enttäuschte Schweizer: Trotz guter Partie steht die Hockey-Nati am Ende ohne Sieg da.
Enttäuschte Schweizer: Trotz guter Partie steht die Hockey-Nati am Ende ohne Sieg da.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Die Entscheidung: Micha Repik trifft im Penaltyschiessen als Einziger.
Die Entscheidung: Micha Repik trifft im Penaltyschiessen als Einziger.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Doppeltorschütze: Nino Niederreiter kann gleich zweimal jubeln. Im Penaltyschiessen trifft aber auch er nicht.
Doppeltorschütze: Nino Niederreiter kann gleich zweimal jubeln. Im Penaltyschiessen trifft aber auch er nicht.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
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Patrick Fischer steht nicht im Verdacht, das Risiko zu scheuen. Nach seiner Karriere als Eishockeyprofi versuchte sich der Zuger eine Zeit lang als semiprofessioneller Pokerspieler. Nun verlangt er als Schweizer Nationaltrainer von seinen Spielern Mut und Courage – und lebt diese Werte auch vor.

Nach dem überzeugenden Auftritt seiner Mannschaft am Sonntag gegen die Slowakei (2:0) tätigte Fischer mehr Wechsel, als durch die Rückkehr Sven Andrighettos nötig gewesen wären. Gleich drei der vier Sturmlinien wurden neu formiert. Und wahrhaftig stürmisch sollte es fortan gegen die Tschechen zu und hergehen. Am Ende resultierte ein 4:5 nach Penaltyschiessen – und die erste Niederlage an diesem Turnier für die Schweizer.

Es war eine spektakuläre, wilde Begegnung mit vielem, was das Eishockey ausmacht. Was fehlte, war die Sorgfalt in der Defensive. Erneut begannen die Schweizer ausgezeichnet. Sie waren dem Gegner überlegen, kamen durch Grégory Hofmann zweimal zu einer guten Möglichkeit.

Dann legte der Lugano-Flügel im Powerplay für Nino Niederreiter auf, und der NHL-Stürmer bescherte den Schweizern im dritten WM-Spiel den ersten Treffer in Überzahl. Weil auch die Tschechen dank Ambris Dominik Kubalik im Powerplay reüssierten, standen Aufwand und Ertrag nach dem ersten Drittel schweizerseits in einem Missverhältnis.

Kein Vergleich zu Olympia

Das Verpasste holte Fischers Mannschaft früh im Mittelabschnitt nach: Hofmann verwertete ein schönes Zuspiel Andrighettos (2:1). Und Simon Moser profitierte in der Mitte davon, dass Joël Vermin am Flügel für einen Moment die Schlittschuhe mit Siebenmeilenstiefeln getauscht und die Gegner mit Leichtigkeit übersprintet hatte (3:1).

An den Olympischen Spielen hatte Tschechien die Schweizer noch klar dominiert; am Dienstag schien es, als lägen nicht drei Monate zwischen den zwei Begegnungen, sondern Welten. Doch mit zunehmender Dauer ging die stürmische Spielweise immer stärker zu Lasten von Disziplin und Ordnung.

Vorne klappte es dank Niederreiter zwar zum dritten Mal in Überzahl, doch in der eigenen Zone erhielten Sorglosigkeit und Slapstick am meisten Eiszeit. 4:4 lautete das Skore nach 40 Minuten, und Niederreiter bezeichnete das Treiben vor dem Gang in die Kabine als «Habakuk».

Gegen Ende verpassten die Schweizer bei 5 gegen 4 die Entscheidung, zudem scheiterte Vermin bei seinem Penaltyversuch an Torhüter Pavel Francouz. Es war ein Vorgeschmack auf das, was zum Abschluss kommen sollte: Im Penaltyschiessen reüssierte von zehn Schützen nur einer: Michal Repik sicherte Tschechien den Zusatzpunkt.

Am Mittwochnachmittag erhalten die Schweizer die Chance, sich mit drei Punkten gegen die angeschlagenen Weissrussen eine gute Ausgangslage im Kampf um die Viertelfinalplätze zu verschaffen.

Meier da, Sutter weg

Wechsel wird Coach Fischer mit Sicherheit vornehmen: Timo Meier steht vor seinem Länderspieldebüt. Der 21 Jahre alte Stürmer der San Jose Sharks landete am Dienstag Mittag in Kopenhagen. Trotz Jetlag und langer Saison verspüre er «noch viel Energie», sagte Meier. «Ich freue mich sehr und hoffe, dass ich dem Team helfen kann.»

Wegen der Ankunft des NHL-Stürmers musste ZSC-Verteidiger Dave Sutter unverrichteter Dinge abreisen. Er kommt für einen der zwei noch freien Plätze im Kader nicht mehr in Frage.

Kandidaten bleiben die bisher überzähligen Jonas Siegenthaler und Samuel Walser sowie die Nashville-Spieler Roman Josi und Kevin Fiala. Sie bestreiten mit den Predators ihre entscheidende Partie im Conference-Halbfinal gegen Winnipeg in der Nacht auf Freitag.

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