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«Vielleicht folgt jetzt noch die Faust»

SCB-CEO Marc Lüthi spricht vor dem letzten Qualifikationsspiel über Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten. Er sagt: «Wir können nichts mehr verlieren, weil wir bereits verloren haben.»

SCB-CEO Marc Lüthi sagt, er habe für Selbstmitleid nichts übrig.
SCB-CEO Marc Lüthi sagt, er habe für Selbstmitleid nichts übrig.
Andreas Blatter

Wie gross ist die Chance, dass der SC Bern die Playoffs doch noch erreicht?

Marc Lüthi: 30 Prozent.

Nicht mehr?

Leider sind wir nicht nur auf uns angewiesen.

Wird es seitens des SCB noch ein Telefonat nach Freiburg geben?

Sind Sie wahnsinnig? Sicher nicht.

Was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft im Hinblick auf das letzte Spiel in Zürich?

Wir können nichts mehr verlieren, weil wir bereits verloren haben. Wirklich: Wir können in Zürich befreit aufspielen und nur noch gewinnen.

Kann das Team mit dieser lockeren Einstellung aufs Eis gehen?

Das müssen Sie Trainer Guy Boucher fragen.

Wäre das Verpassen der Playoffs der grösste Dämpfer in der Ära Lüthi beim SCB?

Es wäre mit Sicherheit die grösste sportliche Enttäuschung.

Befürchten Sie für die Organisation einen Imageschaden?

Nein, sofern es uns gelingen wird, wieder aufzustehen.

Für wen könnte ein Scheitern Folgen haben?

Noch besteht die Möglichkeit, dass wir es schaffen. Also ist jetzt sicherlich der falsche Zeitpunkt, über mögliche Konsequenzen zu diskutieren. Wir waren zuletzt vier Jahre das Mass aller Dinge. Man muss auch mit Rückschlägen umgehen und möglichst rasch aufstehen können. Das gehört zum Sport.

Ryan Gardner erwähnte nach dem 0:2 gegen Gottéron, vielleicht würden jetzt die Spieler und einige Leute im Klub merken, dass der SCB nicht so gut sei, wie man gedacht habe.

Hinter solchen Worten steckt mit Sicherheit auch viel Frust. Das Team hat sein Potenzial nicht abgerufen, insofern ist die Aussage des Spielers als Momentaufnahme korrekt. Aber im Dezember hat man gesehen, was das Team leisten könnte. Ich bin nach wie vor überzeugt: Die Mannschaft kann es. Weshalb sie die erwartete Leistung aber nicht bringt, das weiss ich nicht.

Die Fehleranalyse dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen.

Und zwar unabhängig vom Spiel in Zürich, ganz klar. Denn ich weigere mich, den Kopf in den Sand zu stecken. Und für Selbstmitleid habe ich nichts übrig. Wir haben es selbst verbockt, Punkt. Den «Chlapf a Gring» haben wir bereits erhalten, vielleicht folgt jetzt noch die Faust. Aber solche Schläge können heilsam sein, sofern man die richtigen Schlüsse zieht.

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