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Überflieger mit Bodenhaftung

Klotens 22-jähriger Roman Wick war bisher der überragende Schweizer Stürmer der Saison.

Torgefahr: Klotens Roman Wick (im Bild gegen den damaligen Langnau-Goalie Reto Berra) traf bereits 10-mal.
Torgefahr: Klotens Roman Wick (im Bild gegen den damaligen Langnau-Goalie Reto Berra) traf bereits 10-mal.
Keystone

Roman Wick sitzt im Stadionrestaurant der Klotener Kolping-Arena hinter einem Teller mit überbackenem Fleischkäse und grünen Nudeln. Es gehe ihm wieder besser, erzählt er, nachdem er in den letzten Tagen wegen einer Blutvergiftung Antibiotika nehmen musste. Danach spricht er eine halbe Stunde lang über Kloten, die Nationalmannschaft, die NHL und sich selbst, wie er das in letzter Zeit öfter tun muss. «Das Interesse an mir hat zugenommen, vor allem von den Medien», stellt er fest. «Ich versuche, am Boden zu bleiben.»

Reifer, kräftiger und intelligenter

Das ist schwierig genug, wenn man wie Wick bisher der Überflieger der Saison ist. Der 22-jährige Flügel der Flyers ist mit 10 Toren und 19 Punkten der produktivste Schweizer der Liga. Natürlich hat ihm dabei geholfen, dass er mit Rintanen und Santala in der ersten Linie spielt. «Das ist der Hauptgrund, dass es mir so gut läuft», sagt Wick. «Aber ich bin auch ein Jahr reifer, kräftiger und intelligenter geworden.»

Äusserlich haftet ihm mit seinen zerzausten schwarzen Locken noch etwas Lausbubenhaftes an und privat der Ruf eines Chaoten. Als Eishockeyspieler hat sich Wick aber zu einem Leader entwickelt. «Es war mein Ziel, diese Saison mehr Verantwortung zu übernehmen. Ich will auf dem Eis und in der Garderobe ein Vorbild sein», so Wick. Als Zeichen seiner neuen Rolle trägt er seit dieser Saison auch ein A für Assistenzcaptain auf dem Trikot. Wick sieht den Buchstaben als eine Verpflichtung, der er gerecht werden müsse.

Eine Verpflichtung ist auch sein Name. Sein Vater Marcel verteidigte einst für die A-Teams Kloten, ZSC, Chur und zuletzt Lausanne und arbeitet heute als Stadionmanager in Kreuzlingen. «Er hat mir sehr geholfen», sagt Wick Junior. «Mein Vater war immer so etwas wie ein dritter Trainer für mich.» Auch für Roman Wick zeichnet sich eine schöne NLA-Karriere ab. Ist er vielleicht sogar der bessere Spieler? «Ein anderer Typ», lautet die diplomatische Antwort. Auf jeden Fall hat der Jungstar grossen Anteil daran, dass die Klotener hinter dem heutigen Gegner Bern die zweitbeste Punkteausbeute pro Spiel haben. «Wir sind klar stärker als vergangene Saison», glaubt Wick. «Das Team ist ausgeglichener und stabiler.»

Ein grosses Ziel ist für Wick auch die kommende WM. «Da will ich unbedingt dabei sein», sagt er. Schliesslich findet das Turnier in Bern und Kloten statt. Und zudem nahm seine erste Saison als Nationalspieler im vergangenen Frühling ein frustrierendes Ende. Die WM in Kanada musste er wegen einer Gehirnerschütterung im dritten Spiel vorzeitig abbrechen.

Die Gastfamilie von Wick und Sbisa

Von der NHL träumt der Klotener zurzeit nicht mehr. Die Rechte Ottawas, das ihn 2004 gedraftet hatte, sind verfallen, und Wick sagt: «Ich fühle mich im Moment nicht bereit für die NHL. Und in der AHL verfaulen will ich auf keinen Fall.» Wick spielte bis 2006 zwei Saisons in der westkanadischen Juniorenliga WHL. Er machte dabei sehr wertvolle Erfahrungen, wie er selbst betont. «Die kanadische Mentalität hat mich geprägt. Dort hat mein Leben als Eishockeyprofi begonnen.»

Bei seinem ersten Klub Red Deer lernte er etwa Brent Sutter, den heutigen Coach der New Jersey Devils, und Dion Phaneuf, den heutigen Verteidigerstar der Calgary Flames, kennen. Auch bei seinem zweiten Team Lethbridge konnte er seine eigene NHL-Karriere nicht lancieren - dafür half er den Weg für diejenige von Luca Sbisa zu bereiten, der drei Jahre nach Wick zum gleichen Klub wechselte. Der Klotener gab dem Zuger einige Tipps und vermittelte ihn sogar an dieselbe Gastfamilie. Wick: «Die haben eben gern Toblerone.»

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