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Tschechien entthront Russland

Dank einer überragenden Leistung von Torhüter Tomas Vokoun und Toren von zwei Russland-Legionären holte sich Tschechien den 12. Weltmeistertitel.

Stephan Roth

Die Tschechen besiegten im Final in Köln Titelverteidiger Russland 2:1. Während Tschechien, das in der Zwischenrunde gegen die Schweiz 2:3 verloren hatte, den zwölften Titel (einschliesslich sechs der Tschechoslowakei) holte und erstmals seit 2005 wieder ganz oben stand, verpassten die Russen den dritten Finalsieg in Folge.

Nach Siegen jeweils im Penaltyschiessen über Finnland im Viertelfinal und Schweden im Halbfinal mussten nun auch die Russen daran glauben. Das Spiel, das unter anderen vom Schweizer Linesman Tobias Wehrli geleitet wurde, bot hochklassiges, intensives und packendes Tempo-Eishockey.

Tschechischer Blitzstart

Bereits nach 20 Sekunden gingen die Tschechen in Führung. Nach magistraler Vorarbeit seines Klubkollegen beim russischen Klub Awangard Omsk, dem 38-jährigen Jaromir Jagr, traf Jakub Klepis zum 1:0. Damit war die Partie lanciert und nahm sofort Fahrt auf. Die Russen setzten den tschechischen Star-Torhüter Tomas Vokoun (Florida) darauf sofort unter Druck.

In ihrem dritten Powerplay kamen die Russen zum vermeintlichen Ausgleich. Doch der Video-Richter stellte fest, dass die Zeit im 1. Drittel bei Pawel Dazjuks Treffer schon abgelaufen war.

Owetschkin checkt Teamkollege Fjodorow

Tomas Rolinek, der sein Geld ebenfalls in Russland (Magnitogorsk) verdient, erzielt kurz vor Ende des 2. Drittels das 2:0. Der tschechische Captain hatte zwar den Puck mit dem Schlittschuh über die Linie befördert, doch der Video-Richter hatte festgestellt, dass keine (verbotene) Kickbewegung vorgelegen war.

Dem Tor war ein harter Zusammenstoss zwischen zwei Russen vorangegangen. Superstar Alexander Owetschkin, der bei Olympia noch mit einem spektakulären Check gegen Jagr für Aufsehen gesorgt hatte, war versehentlich in der gegnerischen Zone in seinen Teamkollegen Sergei Fjodorow gefahren.

Packende Schlussphase

Im dritten Abschnitt hatte Tschechien die Mannschaft von des ehemaligen Fribourgers Slawa Bykow, die immer verzweifelter spielte und sich in Einzelaktionen verfing, lange im Griff. Und nach einer Charge gegen Jagr, der danach mit einer Knieverletzung ausfiel, wurde der Russe Jemelin zehn Minuten vor Schluss mit einer umstrittenen Spieldauerdisziplinarstrafe unter die Dusche geschickt.

Doch zweieinhalb Minuten vor Ende der regulären Spielzeit handelten sich die Tschechen eine Strafe ein. Bykow nahm seinen Torhüter Warlamow heraus und versuchte es mit 6 gegen 4 Feldspielern. Wenig später musste auch Rolinek auf die Strafbank. Jetzt griff der abtretende Weltmeister gar mit 6 gegen 3 an. Doch Pittsburgh-Star Malkin vergab die Chance zum Anschlusstreffer und musste für ein Nachschlagen auf die Strafbank. Erst 35 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit gelang Dazjuk das 1:2. Doch der Treffer kam zu spät. Die Tschechen konnten ihren 12. Weltmeistertitel feiern.

Ehrungen für Endras, Nummelin und Dazjuk

Der deutsche Torhüter Dennis Endras wurde zum besten Torhüter und zum MVP des Turniers gewählt. Luganos Finne Petteri Nummelin wurde als bester Verteidiger und Pawel Dazjuk als bester Stürmer ausgezeichnet.

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